Naruto - Chusei No Tatakai


 
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 Diamond Dust

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BeitragThema: Diamond Dust Mi Jul 27, 2016 7:39 pm


Diamond Dust
Shinrai und Yuki

Hi no Kuni | 3. Februar - Chara Yuki sitzt ruhig und entspannt im Wald von Hi no Kuni nahe das Dorfes und genießt den seltenen Moment der Ruhe. Dass diese bald gestört werden würde, weiß sie zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Jul 27, 2016 7:39 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Die Grillen zirpten. Ungewöhnlich früh für diese Jahreszeit, denn es war erst Februar. Dennoch erfüllten sie den frühen Abend mit ihren Geräuschen. Die Sonne war schon lange untergegangen und die Dunkelheit hatte sich über die Welt gelegt. Die Chara genoss die sie umgebende Stille. Es war angenehm, niemanden plappern zu hören. Sie hatte sich mal wieder von Kimiko entfernt, sonst würde sie wohl kaum diese Ruhe finden. Die Chara brauchte das, sonst würde sie ihr Clanoberhaupt doch noch irgendwann umbringen, weil diese sie einfach nur noch nervte.
Yuki saß auf einem Stein. Sie fühlte die von ihm ausgehende Kälte nicht. Schnee lag um sie herum und ab und zu rieselte etwas von den Bäumen herab. Aber Yuki spürte das nicht. Sie hatte vergessen, wie schrecklich die eisigen Nächte im Winter waren. Sie könnte erfrieren und würde es zu spät bemerken. Ebenso wie sie kaum noch Hunger verspürte.
Sie öffnete ihre Augen. Wenn sie alleine war, war sie unglaublich friedlich. Es gab nichts, wovon sie sich distanzieren musste. Niemand, der sie störte. Sie brauchte nicht ein Mal ihr Sakki zurückhalten, auch wenn die Tiere sie dadurch mieden. Das war ihr aber gleich.
Sie seufzte. Gerne würde sie nun schlafen, aber ihr war klar, dass sie keine Ruhe in dem Schlaf finden würde. Albträume holten sie nachts sein, weswegen sie es vermied, zu ruhen. Das führte zu Müdigkeit, aber wenigstens schonte es ihren Verstand.
Die Frau holte ihre Querflöte hervor. Ruhig begann sie eine betörende Melodie zu spielen. Sie wandte kein Chakra an, weswegen sie einige Zeit spielen könnte, ohne zu erschöpfen. Durch ihr Sakki würde sich ohnehin niemand nähern. Es war ein Kontrast. Eine anziehende Melodie, welche wunderschön und absolut magisch klang, aber gleichzeitig eine hasserfüllte Ausstrahlung der Spielerin. Das war Yuki.
Sah man sie an, bemerkte man eine lederne Hose und ein weißes Leinenoberteil, welches ihren Körper schmeichelte. Ein breiter, brauner Gürtel lag um ihre Taille. Dennoch trug sie ihren roten Umhang, dessen Kapuze auf ihrem Haupt ruhte. Auf ihrem Rücken war Bogen und Köcher zu erkennen. Wäre ihr Sakki und ihre allgemein finstere Ausstrahlung nicht, könnte man sie für eine wunderschöne Seltenheit halten. Aber es war eben Yuki. Sie hatte eher eine grässliche Wirkung.

@Senju Shinrai

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Jul 27, 2016 8:44 pm

Trotz der Kälte standen bald die ersten Schweißtropfen auf seiner Stirn, und mehr als einmal musste er einen Halt einlegen, um Atem und Puls unter Kontrolle zu bringen. Außer Atem verharrte er gegen einen alten Baum gelehnt. Eine Schweißperle löste sich von seiner Stirn und kullerte ihm kitzelnd über den Nasenrücken. Mit einem selbstsicheren Lächeln und mit funkelnden Augen musterte er den steinigen Pfad, der vor seinen Füßen lag. Bei diesem hohen Tempo wäre er in einigen Stunden zurück in seinem Heimatdorf. Das aufkeimende Heimatgefühl beflügelte den jungen Senju und spendete ihm genügend Kraft für die weitere Reise. Mit dem Unterarm wischte er sich über die Stirn und den Nasenrücken. "Nurnoch ein paar Stunden, dann bist du wieder zu Hause!" Seine Gedanken kreisten nicht nur um sein Heimatdorf, sondern um eine ganz bestimmte Person. "Sicherlich macht sie sich schon Sorgen .. Selbstbewusst ballte er die Hand zur Faust, die in der linken Hosentasche lag. Dann nahm er die Beine in die Hand.
Eilig hastete der Senju über die Äste einiger kahler Bäume. Er legte dabei ein schon fast beachtliches Tempo vor.
Seine Gedanken kreisten um die vergangene Mission. Zurückblickend ein echter Erfolg. Sie bewahrten ein Dorf vor einer kleinen Gruppe aus Nukenin. Bewusst lehnte sie sich gegen das Reich Hi no Kuni auf und erhielten ihre gerechte Strafe. Shinrai bewahrte sein Gegner allerdings vor dem Tod. Ein kleiner Spähertrupp aus Konohagakure nahm den Nukenin schließlich in Gewahrsam.
Shinrai sträubte es vor einem Mord. Bewusst wehrte sich der Chūnin dagegen, einem Menschen - selbst Nukenin - das Leben zu nehmen. Nicht, dass er den Kämpfen aus dem Weg ging, doch während seiner "Karriere" als Shinobi, bewahrte er all seine Gegner vor dem Tod. Sein Sensei sagte ihm, es sei ein ehrenwerter Gedanke, doch dass irgendwann der Moment kam, in dem er einen Menschen das Leben nahm.
Plötzlich erregte eine gar bezaubernde Melodie die Aufmerksamkeit des jungen Mannes. Von dieser magischen, wunderschönen und bezaubernden Melodie erhielt Shinrai eine geballte Ladung außergewöhnlicher und übersinnlicher Energie, dass der "Träumer" in den Wolken schweben wollte, um unglaubliche Dinge zu tun, brennend vor Leidenschaft. In einer einfachen Bewegung veränderte der Senju seine Sprungrichtung. Er folgte dem Klang der Melodie.
Es war nur ein kurzer Umweg. In der Akademie belehrten sie die Schüler jeden Tag: "Vorsicht vor fremden Shinobi!" Bewusst blendete Shinrai die Worte seiner Lehrer aus. Der Chūnin knüpfte gerne neue Kontakte! Wenn er eines Tages der Hokage von Konohagakure wäre, bräuchte er jeden erdenklich Kontakt!
Shinrai stürzte in freundlicher Absicht aus seiner Deckung. Und dann .. er verlor die Kontrolle über seinen Körper. Erschrocken, mit weit aufgerissenen Augen und zitternden Pupillen starrte er die Frau an. Er legte seine Hände noch vor die Augen, .. und dann .. er sah seinen eigenen Tod. Die Angst nahm ihm jedliches Schmerzgefühl, als er wie ein Stein auf den Boden stürzte.
Sein eigener Tod. Eine ihm unbekannte Technich durchbohrte sein Leib nahe dem Herzen. In der Dunkelheit um ihn herum war es still; nichts regte sich. Aus der Ferne hörte er die vermeindlich verzweifelten Schreie einer ihm bekannten Person. Yuuki? Ungehindert strömte Blut aus seinem Mund, doch auf seinen Lippen lag ein schwaches Lächeln. Ein letzter Atemzug ..
"Ich habe es ihr noch nicht gesagt!" Jener Gedanke befreite den Senju von der Vision. Von der Paralyse. Befreite er sich aber aus eigener Kraft oder war das die Hilfe der Fremden?
Mit weit aufgerissenen Augen starrte er in den Himmel. Wild sog er die kalte Abendluft ein. Ein Traum? Eine Vision oder doch ein Genjutsu? Er vermochte es aufgrund seines Unwissens nicht zu sagen. Es waren nur bloße Vermutungen, die der junge Mann hatte.
Langsam beruhigte sich der Senju. Er kam zur Ruhe. Mit nunmehr schmerzverzerrtem Gesicht fasste er sich an den Hinterkopf. Kein Blut. Allerdings brummte sein Schädel. Mit schmerzverzerrtem, bemüht interessiertem Gesichtsausdruck sah er sich in der näheren Umgebung um. Dann erblickte er die Frau. Langsam erhob er sich von dem erdigen Waldboden, die Hand immer noch seinen Hinterkopf haltend und sah zu der Frau empor. "Du! Da oben auf dem Stein!" Er nahm die Hand von seinem Hinterkopf und richtete die markante Brille mit den orangefarbenden Gläsern. Langsam bewegte er sich zur der Frau. "Verzeihe mir die Störung." Die Kopfschmerzen quälten Shinrei, doch er bemühte sich um Stärke. "Weißt du was das eben war?"
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Jul 27, 2016 9:43 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Ihre Finger schienen nach einer Weile gänzlich allein zu spielen, so dass Yuki ihre Musik genießen konnte. Sie blendete alles aus. Sogar das Taubheitsgefühl, welches ihren Körper heimsuchte. Einen Moment lang fühlte sie sich wirklich lebendig. Ein Gefühl, das sie sonst nur hatte, wenn sie Schmerzen verspürte, so dass sie überhaupt etwas fühlte. Sie war weder in der Dunkelheit gefangen noch in ihrem eigenen Körper. Es gab nur die Musik und sie. Nichts störte sie. Nichts.
Außer einen dumpfen Aufschlag. Etwas war vor ihr auf den Boden gefallen. Sofort nahm Yuki die Flöte herab und sprang auf. Sie sondierte die Lage. War bereit, zu kämpfen. Sie hatte ihre Deckung fallen lassen. Zumindest ihre Sensorik hätte sie aktivieren müssen, um einen Überblick zu behalten.
Dies holte sie nun aber nach. Yuki aktivierte das Kanchi Taipu und musterte das Etwas vor ihr. Jenes stellte sich als ein Shinobi heraus. Chakrapool unter ihrem Niveau. Eine Chakranatur, die sie als Mokuton einschätzte. Ein Konohanin.
Sofort verschlechterte sich die Laune der Frau. Sie hatte keine guten Erfahrungen mit Konohanin. Auch wenn ihre Mutter aus dem Dorf stammte, so war sie kein Freund dieser Personen. Denn auch ihr ehemaliger Verlobter war Konohanin und eben dieser hatte ihr schreckliches angetan.
Dennoch unterdrückte sie ihr Sakki. Das hatte wohl verursacht, dass er wie ein nasser Sack herab gefallen war und sich auf dem Boden wiederfand. Ebenso schien es zu verhindern, dass er sich aufrappeln konnte, da er den eigenen Tod vor Augen hatte. Sie war zu freundlich. Eigentlich hätte sie einfach gehen müssen, aber sie blieb. Nur für einen Moment. Sie wollte sicher gehen, dass er ihretwegen nicht mit dem Kopf auf einen Stein geknallt war und sie verletzt hatte.
Er hob seine Hand und tastete seinen Hinterkopf ab. Es schien alles gut zu sein, so dass er sich nach einigen Sekunden aufrichtete. Er hatte Yuki entdeckt. Nun konnte auch die Chara ihn mustern. Dunkles Haar. Ungefähr so groß wie sie. Er sprach sie frech an und richtete eine Brille. Wozu brauchte der den Scheiß denn?
Er entschuldigte sich für die Störung, fragte sie dann aber, ob sie wüsste, was das eben war. Er meinte wohl das Sakki, welches ihn wörtlich umgehauen hatte.
Die Frau betrachtete ihn nur emotionslos, ehe sie vom Stein heruntersprang. "Ja, weiß ich", antwortete sie nun und hängte ihre Querflöte wieder an den Gürtel. Dann wandte sie sich von ihm ab. Sie hatte keine Lust auf irgendwelche Gespräche. Sie war hier, weil sie die Einsamkeit gesucht hatte. Also entfernte sie sich von dem Jungen.

@Senju Shinrai

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Jul 27, 2016 10:14 pm

Interessiert beobachtete Shinrai die Flötenspieler. Die süße Melodie verzauberte den Uchiha, zog ihn mehr oder weniger in seinen Bann. Noch meh zog ihn aber eine andere Kraft in seinen Bann. Er verlor die Kontrolle über seinen Körper und stürzte den Baum hinab. Die Vision seines eigenes Todes verängstigte den jungen Mann. Zitternd lag er auf dem Boden, versuchte die Sekunden zu zählen, aber er konnte sich nicht darauf konzentrieren, denn seine Angst wuchs ins Unermessliche. Wieder kamen die Visionen auf ihn zu und erdrückten ihn, er wollte einfach nur noch raus aus dieser Hölle.
Eine Stimme.
Ein Gedanke.
Sie befreiten den jungen Senju aus der Hölle. Oder es war die Frau, die ihn von der Qual erlöste. Kopfschmerzen plagten den "Gefolterten". Jetzt kamen auch die Schmerzen, doch darum kümmerte sich der Chūnin in einem späteren Augenblick. Seine gesamte Aufmerksamkeit galt nun der Frau.
Also Senju bemühte sich Shinrai stets um einen freundlichen Ausdruck. Er beachtete nicht jede Höflichkeitsfloskel, doch bemühte er sich um Anstand. Höflich entschuldigte er sich bei der Frau. Er wollte keine Probleme, er wollte nie irgendwelche Probleme. Er war ein friedlicher junger Mann, der einen großen Traum hatte, doch nie war er ein Störenfried. Während der Zeit in der Akademie galt er sogar als einer der ruhigsten und verschlossensten Schüler.
Der Senju bemühte sich und unterdrückte die pochenden Schmerzen an seinem Hinterkopf. Super. Das war das Ergebnis seiner Naivität - eine dicke Beule! Vielleicht legte er eines Tages diese "kindliche" Naivität, doch brauchte dieser Reifeprozess eine lange Zeit. Mit seinen sechzehn Jahren befand sich Shinrai gerade in einer wichtigen Phase seines Leben, in einer Findungsphase. Zu den eigentlichen Problemen eines Teenagers, kamen die Gefühle für Yuuki. Zusammen ergab es das reinste Gefühlschaos.
Blinzelnd musterte er die Frau, bemerkte die Emotionslosigkeit in den Seelenspiegeln der Frau. Er quittierte ihre Emotionslosigkeit allerdings mit einem friedlichen Lächeln. Gut gelaunt verschränkte der Senju seine Arme hinter seinem Haupt und folgte der Frau. "Achja? Was war es?" Gespannt wartete er auf eine Antwort und starrte auf den Hinterkopf der Frau. Musterte ihre auffallende Haare, die sich über ihre Schulter ergossen. Sie war wirklich eine sehr auffallende Frau. Kam sie womöglich sogar aus Konohagakure? Shinrei erinnerte sich nicht an ihr Gesicht und auch wenn er kein allzu gutes Gedächtnis verfügte, so würde er nie das Gesicht einer so auffallenden Frau vergessen.
"Verzeih mir die Unfreundlichkeit! Ich bin Senju Shinrai!" Selbstbewusst grinste der Senju und deutete auf das Wappen auf seinem Rücken. [i]"Ein echter Senju! Und zukünftiger Hokage!"[/b] Das Grinsen auf seinem Antlitz entwickelte sich schnell zu einem echten Strahlen. Tatsächlich war es für den Senju ein großer Traum. Eines Tages wollte er Hokage sein. Ein jedes Kind hegte diesen innigen Traum, doch mit der Zeit und dem Alter verloren sie diesen Traum. Nicht aber Shinrai. Eines Tages würde er Hokage sein! Um jeden Preis!
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Jul 27, 2016 10:35 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Natürlich war er neugierig. Anders konnte ein Kind – oder eher ein junger Mann – auch nicht sein. Wieso waren Menschen so? Neugierig. Aufdringlich. Nervig. Kimiko war genauso und es brachte die Chara fast um den Verstand.
Seiner Frage wegen hielt sie inne und bedachte ihn mit einem kühlen Blick. "Das geht dich nichts an", meinte sie nur. Es reichte ihr, dass in Suna eine Person um ihr Sakki wusste. Wenn der Junge es nicht erkannt hatte, dann würde er es auch nicht erfahren brauchen. Es war besser, wenn er eine Erklärung bekam. "Wenn du aber nervst, wirst du das noch mal durchmachen." Er hatte auf jeden Fall seinen Tod erlebt. Yuki hatte seine Reaktion und sein Verhalten während der Wirkung beobachten können. Was sie aber verwunderte war, dass er sich so schnell erholte. Normalerweise verkraftete ein Mensch nicht so schnell die volle Wirkung des Sakki. Viele wurden sogar bewusstlos. Er musste einen sehr starken Willen haben, ansonsten wäre er auch Opfer dieser Wirkung gewesen.
Er entschuldigte sich wieder für sein Verhalten und stellte sich nun vor. Die Chara verengte ihre Augen, ehe sie jedes Gefühl aus ihrem Gesicht wischte. Es war besser, wenn sie unnahbar und ruhig blieb als kalt und zornig. "Das ist sehr schön für dich, Senju-San", meinte sie. Wie immer sprach sie eine Person nicht mit dem Vornamen an. Eltern wählten die Namen ihrer Kinder mit Liebe und Bedacht aus. Sie bedeuteten etwas. Sie gehörten zu der Person und waren dadurch ein Zugang zu ihnen. Und da Yuki keinen Zugang zu anderen suchte, nahm sie Namen auch nicht in den Mund. Nur wenn sie jemanden respektierte oder der Meinung war, er hätte es verdient, dass sie ihn nicht wie Abschaum behandelte, würde sie seinen Vornamen nennen. Das war aber nur bei Mei der Fall.
"Zukünftiger Hokage?", kam es dann aus ihrer Kehle und sie zog eine Augenbraue hoch, was unter der Kapuze ihres Umhangs nicht deutlich zu erkennen war. "Du und Hokage? In kindischer und unrealistischer Traum." Sie hatte in dieser kurzen Zeit schon ein Bild von ihm. Naiv war das Wort, welches hervorstach. Warum naiv? Weil Yuki eine einsame Person im Wald war, welche wenig freundlich erschien und in dessen Nähe er wohl schreckliches gesehen oder gefühlt hatte. Mit so einer Person redete man nicht, als wäre sie eine Dorfshinobi. Bei so einer Person nahm man Abstand und überlegte, ob sie Nukenin war. Und man suchte das Weite. Er dachte nicht klug. Er dachte taktisch wie ein Idiot. Mehr konnte man dazu wirklich nicht sagen.

@Senju Shinrai

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Do Jul 28, 2016 12:11 pm

Shinrai versteckte seine wahren Gefühle hinter "höflicher" Neugierde für die Technik der Frau. Er wollte alles über die Technik wissen, jede Kleinigkeit. Einer Aufforderung, der die Frau nicht nachkam. Ein Umstand, der ihn frustrierte, ihm aber nicht seinen strahlenden Ausdruck beraubte. Sicher hatte die Frau einen triftigen Grund für ihr Handeln. Shinrai fragte nicht weiter nach, sondern erwiederte ein freundliches: "Du hast sicher deine Gründe." Shinrai zuckte zusätzlich mit seinen Schultern, um zu zeigen, dass ihn das nicht störte. Ihre Drohung brachte den jungen Mann etwas aus dem Konzept. Abwehrend und mit großen Augen hob der Senju die Arme. "Ist doch gut. War doch bloß eine Frage .." Ihm entglitt ein leiser, erleichterter Seufzter. Er wollte diese schrecklichen Bilder auch nicht eine weitere Sekunde mehr sehen. Wie sie vor seinem geistigen Auge herumschwärmte, es war in den Sekunden dieser Technik eine Qual. Yuuki, vielmehr der Gedanke an die Frau, befreite ihn von jener Qual. Sie war sein Licht, seine Hoffnung und nur wegen ihr hegte er nach dem ersten Schlamassel bei den Chūninexamen noch immer den Hokagewunsch.
Shinrai verzog die Mundwinkel. "Du bist wirklich eine unfreundliche Frau." Beleidigt verschränkte der Jungspund seine Arme vor der Brust und drehte ihr den Rücken zu. Im nächsten Augenblick erinnerte sich der Senjuspross an die Worte seiner Mutter. Der Klang ihrer Stimme hallte in seinen Gedanken, und ihr friedliches Lächeln. Er dachte auch über die Bedeutung der Werte und Normen seines Clans nach. Einmal sagte sein Vater, dass die Welt ohne moralische Werte und Normen für die Menschen das Chaos wäre. So seufzte der Senju und drehte sich mit einem bemühten Lächeln wieder zu der Frau herum. "Schon gut, schon gut. Du willst es nicht sagen." Immer noch hallten die Worte seiner Mutter in seinem Kopf. Wie das beständige Ticken einer Uhr. Immer und immer wieder. "Lass einfach etwas mehr Wärme in dein Herz."[ Das waren die Worte seiner Mutter an ihren Sohn, kurz bevor er in die Akademie kam. Mit einem warmen Lächeln musterte er nun seine Gesprächspartnerin.
"Ja, zukünftiger Hokage!" Selbstsicher grinsend tippte der Senju mit seinem Daumen gegen seine eigene Brust. Ihre Worte brachten ihn nicht aus dem Konzept. Nicht in diesem Augenblick. Jeder sagte ihm, es sei ein kindischer und alberner Traum, doch er hielt an seinem Ziel fest. Es war nunmal sein großer Traum! "Pff, dass höre ich beinah jeden Tag." Sie sagte, er bräuchte ein andere Ziel. Was für ein absurder Blödsinn. In seinen Augen ergaben ihre Worte alle keinen Sinn. "Trotzdem ist es mein großer Traum, weißt du?" Mit funkelnden Augen sah er in den Abendhimmel. Betrachtete die letzten sichtbaren Wolken und das wunderschöne Farbspiel am Horizont. "Und eines Tages werde ich wirklich Hokage! Das ist ein Versprechen!"
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mo Aug 01, 2016 9:01 am




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Shinrai schien zu verstehen, dass man Yuki nicht nerven sollte. Zumindest schien ihre Drohung des Sakki wegen zu fruchten. Aber anders als damals bei Jamini gab sie sich nicht besondere Mühe, es zu unterdrücken, so dass er dennoch eine leichte Furcht verspüren sollte. Das war auch gut. Immerhin wollte Yuki nicht, dass er dachte, er könnte sich irgendwie mit ihr anfreunden. Das wäre mehr als nur töricht. Sie war kein Mensch, den man als Freund haben wollte.
"Und du bist töricht und naiv, Junge", entgegnete sie. Alleine am Abend mit einer Fremden sprechen. War ihm nie in den Sinn gekommen, dass sie vielleicht eine Nukenin war? Dass sie ihn jederzeit töten würde, wenn er sie störte? Yuki war wirklich unfreundlich. Das leugnete sie nicht. Es war ihre Masche und die wollte sie beibehalten. Es halb ihr, nicht schwach zu werden.
"Du willst mich belehren?" Wärme in ihr Herz lassen? Der Junge hatte doch keine Ahnung. "Du weißt nicht mal, wer ich bin und kommst auf die Idee, mir Ratschläge zu geben?" War er ein Weltenverbesserer? Jemand, der meinte, er könne das Gute verteilen und jeden glücklich machen? Dieser Junge ging ihr gegen den Strich. Yuki musste sich schon mit Akari herumschlagen. Auf so jemanden hatte sie wahrlich keine Lust. Er nervte sie. Wenn er sich nicht bald zusammenriss, würde sie andere Wege einschlagen. Und das wohl eher wörtlich als bildlich.
Als es sich aber zum Thema Hokage zuwandte, packte ihn die Selbstsicherheit. Yuki schüttelte nur den Kopf. "Mit deiner Art wird das nichts", meinte sie nur kühl, ehe sie ein Gähnen überkam. Sie hatte die letzten drei Nächte nicht viel geschlafen. Nur so viel, dass sie gerade wach bleiben konnte und nicht zusammenklappte. Die Alpträume sind schlimmer geworden und die Chara weigerte sich, sich diesen hinzugeben. Sie verstand ohnehin nicht, wieso ihr Geist so schwach war und sich nicht gegen die Bilder wehren konnte. Wenn sie wach war, konnte sie die Erinnerungen auch verdrängen. "Und wem hast du das versprochen? Dir selbst?" Man sah ihr an, dass sie ihn nicht sonderlich ernst nahm. Yuki nahm nur wenige Menschen ernst. Sie trat auf die Träume anderer, denn viele waren einfach unrealistisch. Kage werden. Der stärkste werden. Irgendetwas erfinden, was niemand bisher erreicht hatte. Alt werden. Nichts davon würde einfach in Erfüllung gehen. Yuki war pragmatischer. Sie wollte jene Männer tot sehen, welche ihr Leid bereitet haben. Und dafür löschte sie einfach jeden Nukenin aus, den sie fand. Irgendwann käme sie schon zu ihnen. Deswegen war sie eigentlich auch im Wald. Weil sie gehört hatte, dass sich hier ein Abtrünniger herumtrieb. Vielleicht wusste er etwas. Vielleicht auch nicht. Aber sterben würde er auf jeden Fall.
"Du bist am falschen Ort zur falschen Zeit", begann sie nun. "Kehre in dein Dorf zurück, sonst wirst du es bitter bereuen." Yuki hatte wirklich keine Lust, Babysitter zu spielen. Jener war sie bereits für Akari, so dass sie auf keinen Fall noch einen zweiten Idioten unter ihrer Fuchtel haben wollte. Auch wenn Shinrai ein Stück intelligenter wirkte. Aber das konnte auch Täuschung sein. Zumindest hüpfte er nicht um sie herum, als hätte er die falschen Medikamente genommen.

@Senju Shinrai

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mo Aug 01, 2016 1:39 pm

Nach einem gewöhnlichen Atemzug verspürte Shinrai ein leichtes Gefühl von Unbehagen und Furcht. Lag es wirklich nur an ihrer bloßen Anwesenheit? Womöglich machte sie Gebrauch von einer geheimnisvollen Technik. Was für ein Unfug. Eine solch machtvolle Technik gab es nicht auf dieser Welt. Sie nahm Shinrai all seine Sinne, verfrachte ihn in einen Zustand der Paralyse und der Angst. Er sah seinen eigenen Tod vor seinem geistigen Auge. War es nur ein Traum oder eine Vision seiner Zukunft? Er hatte noch so viele offene Fragen an die Frau.
"Mag sein, aber immer noch besser, als so eine kalte und unfreundliche Frau zu sein.", brummte er, verschränkte mürrisch die Arme vor der Brust und kehrte der unbekannten Frau den Rücken zu. Er wurde sich in diesem Moment seiner eigenen Naivität bewusst, die Frau führte ihn all seine Fehler vor die Augen. Irgendwie.
"Ich belehre dich nicht. Ich sage nur die Wahrheit." Mit leichter Furcht sah er der Frau in die Augen. Wenigstens besaß er Mut und Zuversicht. Eigenschaften, die ihn weitermachen ließen, sodass er nicht direkt zum Rückzug antrat. "Was soll dieses Gehabe für eine Masche sein?" Bemüht überspielte er das Gefühl der Unbehaglichkeit und Furcht. Er konzentrierte sich auf schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit. An gemeinsame Zeiten mit Yuuki. An die Worte seiner geliebten Mutter. "Nenne mich ruhig "Weltenverbesserer" oder "Träumer." Mir egal." "Hanabatake" - "Träumer" - so nannten sie den Senjuspross innerhalb seines Clans aufgrund seiner Ziele und Vorstellungen von einer besseren Welt.
Selbstsicherheit überkam den Senju. Eines Tage würde er der "Anführer" seines Dorfes sein. Es war nur eine Frage der Zeit. "Ihr werdet es alles noch sehen. Eines Tages werde ich ein Hokage sein. Ein Vorbild für das ganze Dorf." Mittlerweile ließ sich Shinrai von solchen Vorurteilen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Nicht so wirklich. Es war sein großer Traum, sein Ziel, und er tat alles damit er einst ein strahlender Held sein konnte. Natürlich war es ein weiter, anstregender Weg, doch er ließ nicht von seinen Wünschen ab. Niemals.
"Ja. Und einer sehr guten Freundin .." Dabei dachte er an Yuuki. Ein sanfter, roter Schleier legte sich auf die Wangen des Senju. Alleine der Gedanke an die junge Frau erwärmte sein Herz und ließ es schneller gegen seine Brust schlagen. Ihr Lächeln. Ihr Lachen. Es spendete dem Senju eine solche Hoffnung. In ihrer Gegenwart vergaß er all seine Sorgen. Zu seinem eigenen Unglück stand ihm seine Schüchternheit im Weg. Leicht schüttelte er seinen Kopf und befreite sich so von seinen Gedanken, verbannte sie wieder in sein Unterbewusstsein. "Und mit ihr an meiner Seite werde ich auch Hokage!" Shinrai war voller Zuversicht. Eines Tages würde er der große Beschützer seines Dorfes sein - ein Hokage.
Ihre Worte, als auch ihre Technik, ließen den Senjuspross auf der Stelle verharren. Sein Blick fixierten bedrückt einen bestimmten Punkt auf dem Boden. "Warum? Warum bist du so?"[b] Als friedlicher Senju verstand Shinrai die Ansichten einiger Menschen nicht. [b]"Lass es mich verstehen." Nachdenklich legte er seine Stirn in Falten. Dann hob er seinen Kopf. "Was hast du durchgemacht?"
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Di Aug 02, 2016 12:13 am




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Wie kindisch er sich benahm. Würde Yuki lachen, hätte sie es in diesem Fall wohl gemacht. Aber ein Lachen war seit Jahren nicht aus ihrer Kehle getreten. Auch nicht ein Lächeln auf ihre Lippen. An dem Tag, an dem Chiaki sie verraten hatte, hatte er ihr das Stück Menschlichkeit genommen, welches sie durch ihn entwickelt hatte.
Doch statt auf seine Worte etwas zu sagen, zuckte Yuki nur mit den Schultern. Sie ließ sich nicht provozieren. Sie war die Person, die andere provozierte, um am Ende zu bekommen, was sie wollte. Als ob sie es so weit kommen lassen würde. Die Frau war Herr über ihren Körper und ihren Verstand.
Sie sah ihm aber nun die Wirkung des Sakki an. Merkte, dass er mit schwacher Furcht zu kämpfen hatte. Yuki wusste, wenn sie doch die Beherrschung verlor, würde er wieder am Boden liegen. Auf einen sabbernden Haufen Elend hatte sie wahrlich keine Lust. Kurz schloss sie deshalb die Augen und konzentrierte sich. Dachte wieder an etwas Schönes. Versuchte, Frieden in ihr Herz zu lassen. Dabei dachte sie an die Wälder ihrer Heimat. Spürte die Kälte auf ihrer damals makellosen Haut und den Wind in ihren Haaren, während sie auf ihrem Panther Bagi durch den Schnee rannte. Diese Vorstellung schenkte ihr tatsächlich so viel Ruhe, dass sich ihr Sakki gänzlich minimierte und Shinrai nun gar nichts mehr merken würde. Auch Yuki wirkte dadurch etwas sanfter, wenn auch noch immer kühl. Vielleicht sogar beherrschter als zuvor.
"Mein Gehabe ist keine Masche", antwortete sie nun mit monotoner Stimme. Yuki verbarg ihre Emotionen wie immer. Ließ nicht zu, dass man sie durchschaute. "Es sichert das Überleben." Ihr Überleben. Yuki hatte zweimal miterlebt, wie schrecklich es war, Gefühle zu haben. Zweimal. Nie wieder wollte sie das durchmachen. Sie verschloss ihr Herz und ihren Geist vor positiven Dingen. Denn wenn sie nicht liebte und nicht vertraute, konnte man ihr das auch nicht wieder wegnehmen. Es war besser, stetig allein zu sein und die Kälte zu leben, als ständig verletzt zu werden und zu leiden. Die Chara hatte bereits genug in ihrem Leben gelitten.
"Ich halte nichts von Spitznamen. Sie beschreiben einen Menschen nur oberflächlich und zeigen nicht, wer er wirklich ist." Welche Schwächen er hatte. Yuki war als Kopfgeldjägerin darauf aus, Nukenin zu fangen und sich dafür bezahlen zu lassen. Würde sie nur auf die Titel einer Person achten, wäre sie schon zwanzig Mal gestorben. Gerade ein Spitzname war irreführend.
"Werde erst erwachsen, ehe du auf die Idee kommst, ein Vorbild zu sein", sagte sie. "Du scheinst eine blumige Sicht auf die Welt zu haben. Ist dir noch nie schreckliches passiert?" Das war das Problem, wenn Yuki sich entspannte und versuchte, ihren Zorn zu verbergen. Sie wurde redseliger. Zu redselig, wenn man offen sein durfte.
Yuki sah zu Shinrai herab. Er schien leicht zu erröten, als er die gute Freundin erwähnte. Liebe. Welch widerliche Schwäche. Er würde es bitter bereuen, wenn er sich einer anderen Person hingab. Er würde ihr vertrauen. Für sie sterben wollen. Sie wäre seine größte Schwäche. Ihre Anwesenheit würde seine Deckung schwächen. Ihr Leid auch seines sein. Sollte sie ihn ablehne, würde er Qualen durchstehen und sich nicht mehr konzentrieren können. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er ihretwegen sterben würde. Die größte Schwäche des Menschen war der Mensch.
"Wenn du das meinst", sagte sie. Sollte er doch denken, was er wollte.
Die Chara fühlte die Chakren der Personen in Konoha. Sie hielt auf das Dorf zu. Beherzt schlug sie nun aber einen anderen Weg ein. Weg vom Dorf. Ob er ihr weiter folgen würde? Denn ihr Ziel lag nicht hinter den sicheren Mauern.
Er aber blieb stehen. Und das brachte die Chara auch zum Verharren. Hatte er etwas gesehen? Sie sah sich kurz um, ehe sie bemerkte, dass er auf den Boden starrte. Menschliches Gehabe. Schrecklich.
Er wollte wissen, wieso sie war, wie sie war. Eine Frage, die man ihr selten stellte. Die Menschen akzeptierten, dass Yuki kühl war. Oder sie wagten es nicht, sie danach zu fragen. Und deswegen musste sie sich eher selten erklären. Yuki war aber auch niemand, der Informationen unterschlug. Wenn man sie nach etwas fragte, antwortete sie meistens. Zeitweise damit, dass es einen nichts anginge wie vorhin beim Sakki. Aber dieses Thema würde ihm vielleicht seine naive Weltansicht aus dem Schädel schlagen.
Die Chara trat einen Schritt auf ihn zu. In ihrem Blick lag kein Gefühl. Ihre Miene war wie die einer Puppe. Doch dann fand sich einen Moment ein niederträchtiges Empfinden in ihren Augen wieder, ehe es verschwand.
"Du willst es verstehen?", fragte sie. Es brächte nichts, zu fragen, ob er sich sicher war. Er kannte nicht mal ein Detail ihrer Geschichte. Er war sich nicht im Klaren, was auf ihn zu käme. "Ich musste so werden. Hast du schon dir wichtige Menschen verloren? Bestimmt. Immerhin bist du ein Shinobi, wenn auch verblendet. Aber musstest du jemals mit ansehen, wie jemand, der dir wichtig ist, leidet? Musstest du seine Schreie hören, während man ihn zu Tode foltert? Musstest du das Blut riechen, das aus seinem Körper tritt, während man ihn bei lebendigen Leibe zerteilt? Hast du schon die Schreie deiner einer Frau gehört, die vor deinen Augen vergewaltigt wird? Ihr verbranntes Fleisch gerochen?" Sie trat noch einen Schritt näher, so dass sie nun direkt vor ihm stand. Sie waren gleichgroß, so dass sie auf Augenhöhe waren. Es war Yuki nicht anzusehen, dass sie gerade mit ihren eigenen Erinnerungen kämpfte. Dass sie die Erlebnisse an den Tod ihrer Eltern mit aller Kraft in diesem Moment verdrängte. Sie wollten sich vor ihrem geistigen Auge manifestieren, aber die Chara ließ das nicht zu. Sie konnte es nicht zulassen. Es wäre ihr Ende. "Hast du jemals geliebt und bist verraten worden? Stell dir den tiefsten und düstersten Abgrund vor, den du dir ausmalen kannst. Ich bin tiefer gefallen. Sehr viel tiefer. Und deswegen solltest du nicht fragen, warum ich so bin, sondern wie ich hätte anders werden können." Jedes dieser Worte war kühl gesprochen worden. Yuki hatte schon lange gelernt, ihre Emotionen zu kontrollieren. Sie hatte einst die Wahl gehabt. In einer Ecke weinen und sich dem Schicksal hingeben oder aufstehen und weitermachen. Wie sie sich entschieden hatte, war wohl klar. Sie war aufgestanden. Stand auf ihren eigenen Beinen und würde nie wieder fallen. Nie wieder würde sie erleben, was sie einst durchmachen musste. Sie war konsequent. Sie machte keinen Fehler zweimal.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Di Aug 02, 2016 4:16 pm


Shinrai war ein Tagträumer, ein naiver junger Mann, der seinen Fantasien nachging, der eine junge Frau liebte, doch zu schüchtern war, sie darauf anzusprechen. Ein junger Mann, der einen Traum hatte, den Traum von einer besseren Welt. Ja, vielleicht wollte er ein "Weltverbesserer" sein, doch er war kein Kind mehr. Er war ein Shinobi, kannte die Schrecken auf dieser Welt, doch ließ er sich von all der Dunkelheit nicht beirren, sondern ging weiterhin den Weg des Friedens. Seinen persönlichen Weg. Und im Dorf hatte er Freunde, viele Freunde, und er hatte seinen Clan. All diese Personen bestärkten den heranwachsenden Senjuspross jeden Tag wieder in seinen Ansichten. Natürlich erlaubten sich einige seiner Clanbrüder und Clanschwestern einen Scherz auf die Kosten des "Träumers", doch waren diese kleinen Neckigkeiten nur ein weiterer Ansporn für Shinrai. Vielleicht der Weg, den er ging, nicht der einfachste Weg, doch würde jeder Mensch immer den einfachen Weg nehmen, dann wäre diese Welt ein anarchistischer Ort. Es wäre eine traurige Welt.
Die Furch schwand aus seinem Blick, doch ein leichter Argwohn blieb. Nahm die ganze Tortur endlich ein Ende? Hoffentlich hatte die Frau kein Mitleid mit Shinrai, sondern tat es einfach aus freien Stücken. Shinrai brauchte kein Mitleid. Er hasste Mitleid.
Verwundert sah Shinrai auf, als die Frau ihre Augen schloss. Für diesen kurzen Augenblick machte die Frau auf den Senju einen geerdeteren Eindruck. Vielleicht war es ein Fehlschluss, doch dieser kurzen Augenblick brachte Shinrai zum Lächeln. Ein warmes, so ausgeglichenes Lächeln. Er ließ die Wärme aus seinem Herzen. Jeder Mensch, selbst Yuki, verdiente so etwas wie Geborgenheit. Ein kleines bisschen Wärme.
Ihre Worte versetzten dem Senjuspross einen kleinen Schock. Ihre Kaltherzigkeit stimmte den jungen Senju voller Trauer. Sie litt. Irgendetwas bedrückte die Frau. "So viel Dunkelheit .." Seine Stimme wurde ruhiger, fast zu einem Flüstern. Ihre Gefühlslosigkeit machte ihm gewahr, dass es auf der Welt so viel Trauer und Leid gab. Was konnte er als kleiner Chūnin tun? Shinrai besaß das Herz, nicht aber die Fähigkeiten. Womöglich konnte er Yuki eine kleine Hilfe sein? Womöglich konnte er wenigstens etwas Licht in ihr dunkles Herz lassen.
"Der Name ist Stück des Seins und der Seele." Shinrai bemühte sich um den selben Ton wie sein Vater. Ein ruhiger, harmonischer Ton. Der Senju übernahm allerlei Zitate seine Zitate oder Lehren seiner Eltern. Irgendwann fand jedes Zitat oder jede Lehre seine Verwendung. Es war nur eine Frage der Zeit. "Habe ich mal gehört!"
Shinrai, ein junger Shinobi, hatte bereits einige seiner Freunde verloren. Sogar gute Freunde. "Doch, ich habe schon einige Freunde verloren. Ich mag zwar ein naiver "Vollidiot" sein, aber ich kenne das Leid auf dieser Welt." Betrübt sah er auf den Boden. "Aber .." Er hob den Kopf und sah der Frau mit seinem breitesten, harmonischten und glücklichsten Lächeln ins Gesicht. "Ich gab meiner besten Freundin ein Versprechen. Ich werde immer ein Auge auf sie haben. Ich beschütze sie mit meinem Leben. Nur wie soll ich das machen, wenn ich die ganze Zeit an meine verstorbenden Freunde denken? Wenn ich zu viel Dunkelheit in mein Herz lasse, kann ich mich nicht mehr auf den Schutz meiner besten Freundin konzentrieren." Vorsichtig führte er seine Hand an sein Herz. "Meine Freunde leben in meinem Herzen weiter. Vielleicht sind sie nicht mehr auf dieser Welt, doch sie haben mich immer noch im Auge. Sicherlich schauen sie gerade mit einem Lächeln auf mich herab."
Plötzlich verharrte Shinrai. Er wollte Antworten von der Chara. Warum war sie so ein kaltherziger Mensch? Welches Erlebnis in ihrer Vergangenheit veränderte die Frau? Er wollte die Menschen besser verstehen, Menschen wie Yuki. Sie waren dem Senju noch immer ein Rätsel. Shinrai sah der Frau in ihr Gesicht. Sie sah wie eine unheimliche Puppe aus, doch er nahm den Blick nicht von ihren Augen. Er wollte ihre Emotionen sehen. Ihren Hass auf diese Welt. Vielleicht bekam er dann eine andere Sicht auf diese Welt.
Ihre Worte brannten sich in seinen Kopf. Sie erlebte schreckliche Dinge. "Ich habe noch nie einen wirklich geliebten Menschen verloren .." Vor seinen Augen manifestierte sich ein Bild von Yuuki. Ihr Lächeln gab ihm Kraft. Verlor er Yuuki, würde diese Welt für ihn ein leerer, trister Ort sein. Die Hölle. Doch würde er dann so werden wie die Frau? "Dein Leid .. vielleicht kann ich auch dein Leid nicht spüren, nicht nachvollziehen, doch ich weiß, dass die Person nie gewollt hätte, dass du so bist, wie du jetzt bist. Sie würde wollen, dass du trotz allem ein glücklicher und zufriedener Mensch bist. Oder glaubst du wirklich, dass sie gewollt hätte, dass du in dein Unglück stürzt?" Mit ruhiger, doch emotionaler Stimme sprach er zu der Frau. Nochmals erhob er seine Stimme. Wurde lauter. "Nein. Sie hätten es garantiert nicht gewollt. Das was du tust ist einfach nicht der richtige Weg. Du nimmst den einfach, geraden Weg. Es ist einfacher für dich, doch am Ende bleibst du immer noch der selbe, kaltherzige Mensch." Ihr Leid war sein Leid. Schließlich machte sie noch einen letzten Schritt auf den Senju zu. Sie waren nun auf Augenhöre. Allerdings wich der Senju nicht ihrem Blick. Jedes ihrer so kühl ausgesprochenen Worte drang an sein Ohr. Trotz ihrer Geschichte verlor der Senjuspross seine Ansichten nicht. Er hatte immer noch das selbe Welt von der Welt, dass Harmonie und Frieden diese Welt in Ordnung brachten. "Jeder Mensch hat eine andere Wahl. Auch du." Es war ein Instinkt, der ihn nun dazu verleitete, ihre Hand zu nehmen. Seine Lippen bildeten wieder ein sanftes Lächeln. "Vielleicht ist es ein naiver Gedanke, aber ich möchte dir wirklich eine Hilfe sein. Weißt du, .. ich mag es nicht, wenn andere Menschen so ein Leid erfahren." Auf andere Menschen besaß sein Lächeln eine gar magische Wirkung. Sicherlich aber nicht auf Yuki. Vermutlich war dies der Zeitpunkt für das Sakki. Wahrscheinlich übertrieb es der Senju in seinem Handen.
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Di Aug 02, 2016 7:27 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Yuki wusste nicht so recht, ob Shinrai nur Dinge nachplapperte, die er hörte oder ob er wirklich er Meinung war, dass der Name von Leib und Seele war. Ein interessanter Gedanke, immerhin spiegelte ihr Name wider, wie Yuki war.
Sie ließ sich aber keineswegs von seinem Gerede einlullen, sondern sah ihn nur einen Moment ernst an. "Gut. Dann passt mein Name zu mir", meinte sie. Einen Moment überlegte sie, ob sie ihm diesen sagen sollte. Er hatte bereits danach gefragt. Wie schlimm war es, wenn er ihren Namen kannte? Er war ein Konohanin. Ihre Mutter stammte aus dem Dorf, aber dort dürfte sie wohl keiner mehr kennen, da dies mehrere Jahrzehnte her war. Chiaki war ebenfalls Konohanin. Oder eher war er ein Nukenin aus dem Dorf stammend. Er stünde eher in den Bingo Books, was der Junge bestimmt nicht besaß. Er machte nicht den Eindruck auf sie, als ob er sich dafür interessierte. "Yuki lautet er." Was sollte es schon? Dann kannte er eben ihren Vornamen. Schnee übersetzt. Kalter, weißer Schnee. Passend zu der Frau, welche selbst kühl wie Eis war.
Statt sich auf die Suche nach den Nukenin zu machen, schaffte der Junge es tatsächlich, sie in ein Gespräch zu verwickeln.
"Das ist sehr schön für dich, so zu denken", antwortete sie. War das Sarkasmus? Yuki wusste es selbst nicht. Immerhin hatte sie eine andere Vorstellung vom Tod. Eine ganz andere als dieser junge Mann. Ihre Seelen schauten vom Himmel auf sie herab? Lebten im Herzen weiter? Das war das Gewäsch von Schwächlingen. Ihren Eltern hatte man durch den hinterhältigen Tod, den sie hatten sterben müssen, die Chance auf Walhall oder die anderen Kriegerhallen genommen. Ihre Geister lebten im Meer, denn so hatte man sie bestattet. Yuki aber würde niemals solch einen jämmerlichen Tod sterben. Sie hätte den Bogen in der Hand, wenn sie ihren letzten Atemzug tat. "Dort wo ich herkomme, verschwenden wir keinen Gedanken an unsere gefallenen Krieger. Ihnen geht es besser als uns Lebenden. Sie kämpfen und sie speisen wie die Könige." Natürlich konnte Yuki nicht anders denken. Sie war nachwievor eine Priesterin ihres Clans.
Wenn er den Verlust seiner Kameraden als etwas Schreckliches sah, was war dann das, was Yuki hatte durchmachen müssen? Was war ihr Leid im Vergleich zu seinem? Ein Leid, das sie verdrängte. Das sie nicht als Teil ihrer Person machen wollte, obwohl es eben dies war. Yuki wollte weder Mitleid noch gab sie solches von sich. Sie ließ nicht zu, dass jemand auf sie herabsah. Diese Zeiten waren vorbei.
Die Chara blieb stehen, so dass sie ihn ansehen konnte. Er fragte, warum sie so war? Sie würde antworten. Sie tat es. Kühl, wie man sie kannte. Doch der Junge nahm sich das Recht heraus, sie zu beurteilen. Es war schon mutig von ihm, dass er sie unentwegt ansah. Stark von ihm. Vielleicht sogar eine Portion zu viel davon.
"Wer sagt, dass ich unglücklich bin?", kam es aus ihr heraus. "Ich bin weder unglücklich noch glücklich. Auf diese Weise kann man mich weder brechen noch mir etwas wegnehmen." Was Yuki ihm erzählt hatte, war nur die halbe Wahrheit. Immerhin hatte sie nur den Tod ihrer Eltern umschrieben. Ihre eigene Folter hatte sie ausgelassen. Die Dunkelheit. Könnte er es nachvollziehen? Könnte er verstehen, was man mit dem eigenen Verstand tun musste, um nicht in dieser gefühlt ewigen Dunkelheit verrückt zu werden? Yuki glaubte es nicht. Nur wenige könnten verstehen, dass es der Hass auf Chiaki war, der sie hatte bestehen lassen. Der Wunsch, ihm anzutun, was sie gefühlt hatte. Der Hass war ihr Halt gewesen. "Glaub mir. Das hier ist nicht der einfache Weg. Der einfache Weg wäre ein ganz anderer. Und danach ginge es nicht weiter für mich." Es war genau das, wonach es klang. Es hatte Tage in ihrer Gefangenschaft gegeben, da hatte sie mit dem Gedanken gespielt, wirklich aufzugeben. Ihre Zunge zu verschlucken oder die Männer zu provozieren. Aber sie hatte nicht aufgegeben. Weil sie eben diesen einfachen Weg nicht hatte gehen wollen.
"Oh, ich hatte eine Wahl", meinte sie nun. "Ich hatte die Wahl wie ein kleines, schwaches Kind jammernd in der Ecke zu sitzen oder aufzustehen und mich zusammenzureißen. Nicht jeder Mensch ist wie du es gerne hättest. Und vor allem urteile nicht über mich, wenn du gar nichts über mich weißt."
Sie betrachtete sein Lächeln nur mit einem kalten Blick. Auf sie wirkten solche Dinge nicht. Yuki ließ sich von Charme nicht mehr beeinflussen. Sie war zu kühl dafür. Sie vertraute keinem Menschen. Vertraute keiner Person. Nur auf sich konnte sie sich verlassen. Immerhin hatte niemand sie in all den Monaten befreit. Sie hatte alleine einen Ausweg finden müssen. War auf blutigen Sohlen gelaufen und hatte sich mit aufgescheuerten Händen an kalten Gemäuern abstützen müssen. Sie war allein besser dran. "Ich brauche keine Hilfe", sagte sie und drehte sich um. "Vor allem nicht von einem Fremden." Sie nahm nicht mal die Hilfe Kimikos an, welche sie seit zwei Jahren kannte. Sogar ihr Ziehvater hatte es schwer bei ihr. Warum also sollte dieser Junge irgendetwas bei ihr erreichen können? "Kehre in dein Dorf zurück. Mein Weg führt dort nicht hin." sie setzte sich in Bewegung. Er solle ihr lieber nicht folgen.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Di Aug 02, 2016 8:31 pm

Der "Träumer" bewahrte die Worte seiner Mutter und seines Vaters im Gedächtnis, und schrieb sie in sein Herz. Mag sein, dass es die Worte seiner Eltern waren, doch er vertrat die selben Ansichten wie seine geliebten Eltern. Als Senju war das allgegenwärtige Streben nach Frieden und Harmonie das Ziel, die Erfüllung. Eine friedliche Welt, ein harmonisches Miteinander, war das Ziel eines jeden Senju. Fast jeder Senju lebte nach diesen Werten und Idealen. Shinrai war einer von den "Weltverbesserern". Mittlerweile wusste der Senjuspross, dass seine Taten nur von kleiner Bedeutung waren, dass er nicht viel für das Glück auf dieser Welt tat. Er hatte damit aber keine Probleme. Das Lächeln eines alten Mann, der in Not gewesen war, war für Shinrai das schönste Geschenk. Er brauchte keine Reichtümer. Nur ein ehrliches, aufrichtiges Lächeln. Ein Lächeln war das größte Geschenk und ein Durchbruch zu alten Welten. Zu Zeiten, in denen es noch kein Krieg gab. Ein Lächeln konnte einem Menschen so viel Kraft geben und bezauberte viele Menschen. Womöglich ließ es auch eines Tages das Eis schmelzen, welches sich drohte zwischen den Großmächten zu manifestieren.
Shinrai besaß eine ganz besondere Gabe. Die Gabe des Lächelns. Schaute man in sein sympathisches Gesicht, dann verstand man ihn auch ohne ein einziges Wort. In schüchternen Augenblicken verlor er die Gabe des Sprechens, aber sein Gesicht hatte eine Sprache erlernt, die vom Herzen eines jeden Menschen verstanden werden konnte, wenn man es nur wollte.
Verriet die Frau ihm tatsächlich ihren Namen? Mit einem freudestrahlenden Lächeln quittierte er zunächst ihre Worte. "Freut mich, Yuki." Der Name passte wirklich zu der Frau. "Schnee". Der Schnee löste in Shinrai eine seltsamte Faszination aus, genauso wie Yuki.
Sie behandelten nun ein ernsteres Thema. Gleichermaßen wollte Shinrai einen Einblick in ihr Leben bekommen. Und er wollte ihr eine Stützte sein. Zumindest für den kurzen Augenblick ihres Gesprächs. Sie war aber eine Frau, die keine Hilfe wollte. Stand ihr der eigene Stolz im Weg? Ein etwas wütendes Knurren entschlüpfte seiner trockenen Kehle. Ihre Uneinsichtigkeit nervte Shinrai. In diesem Augenblick vergaß er, dass nicht jeder Mensch die gleichen Werte vertrat. Viele hatten eine andere Vorstellung von der Welt und lebten nach ihren eigenen Regeln, Werten und Idealen. Eines Tages verstand der Senju, dass es keine "Traumwelt" gab. "Deine Herkunft spielt keine Rolle. Mich interessiert es nicht, was ihr glaubt oder was nicht. Mir geht es nur nicht in den Kopf, warum du so ein kaltherziger Mensch bist. Ich verstehe es einfach nicht. Lass etwas Wärme in dein Herz!" Jeder Mensch ging anders mit einem Verlust um. Shinrai tat es auf eine ganz andere Art und Weise.
Was war sie für ein Mensch? Sie kannte kein Glück, aber auch kein Unglück. Für den Senjuspross war dies eine gänzlich neue Erfahrung. Konnte es so etwas geben? Shinrai hatte seine eigene, festgefahrene Meinung. Für diesen Augenblick verlor er sogar für einen kurzen Augenblick die Kontrolle. "Kein Glück? Kein Unglück? Was für ein armes Leben. Ohne Emotionen. Der Schmerz gehört zum Leben dazu, genau wie das unsagbare Glück der .. der Liebe." Shinrai verstand diese Frau nicht. Er wollte diese Frau nicht verstehen, denn wenn das, was sie sagte die Wahrheit war, dann war der "Glaube" der Senju eine Irrlehre. Dann hatte er wieder neue Zweifel. So beharrte der Mann auf der Meinung. "Wärst du diesen Weg gegangen, dann wärst du Abschaum. Nein, du hättest einen noch viel geringeren Wert." Unwillkürlich ballte sich seine Hand zur Faust. Langsam bestritt der Senjuspross einen gefährlichen Pfad. Er kannte diese Frau nicht und besaß keinerlei Menschenkenntnis. Langsam redete sich der junge Senju wirklich in Rage. Was für ein naiver, sturer Senju. "Es gibt immer einen anderen Weg. Öffne einfach deine Augen. Es gibt Menschen, die dir eine Sütze sein wollen. Ich gehöre zu diesen Menschen." Shinrai ließ fast jeden Menschen in sein Herz. Jeder Mensch hatte für den Senju eine wichtige Bedeutung, selbst Yuki. Ihre Probleme waren seine Probleme. Ihr leid war sein Leid. Vielleicht war es ein naiver Gedanke, doch jeder Mensch sollte die Chance auf Glück haben.
Ein Teil ihrer Worte fraß sich in seinen Kopf. "Nicht jeder Mensch ist wie du es gerne hättest." Seine leichte Wut verflog, wich einem traurigen und nachdenklichen Ausdruck. Instinktiv legte Shinrai seine Stirn in Falten. Angestreng dachte der Senju über seine weiteren Worte nach, ehe er seinen Blick hob. [color=#006699]"Ich weiß, aber jeder Mensch verdient die Chance auf Frieden. Auf Reinheit. Ich sagte es schonmal, ich bin vielleicht ein naiver "Dummkopf", der keine Ahnung von dieser Welt hat, aber ich weiß, dass auch du eine Chance auf deinen Frieden verdienst."
Sie wollte seine Hilfe nicht. Verstand er es? Nein. Er besaß in dieser Beziehung einen sehr sturen Kopf. Zunächst schwieg Shinrai, sah der Chara hinterher, als sie sich in Bewegung setzte. Traurig verharrte er, doch sollte dies nicht das Ende ihres Treffens sein. Plötzlich baltte er seine Hand zu einer Faust. Er erlangte neues Selbstbewusstsein, wollte ihr trotz ihrer ablehnenden Haltung eine Stütze auf ihrem weiteren Weg sein. "Nein ..", sagte er zu sich selbst. Dann setzte auch er sich in Bewegung. Folgte der Frau. "Ich aktzeptiere das nicht." Tatsächlich kullerten kleine Tränen aus seinen Augen. Sie versiegten, alsbald er sich wirklich in Bewegung setzte. Fühlte er ihr Leid? Ihren Schmerz? Daher die Tränen? Oder war die Tatsache, dass er nun erkannte, dass es weitaus mehr Leid auf dieser Welt gab?
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Di Aug 02, 2016 9:51 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Sie verstand nach wie vor nicht, wie er so fröhlich sein konnte. Yuki gab ihm nicht den geringsten Grund, zu lächeln und diese Milde auszustrahlen. Im Gegenteil. Sie schien fast schon alles in ihrer Machtstehende zu tun, um seine Laune zu verschlechtern.
Was langsam auch funktionierte. Er wurde wütend. Knurrte sogar. Yuki konnte fast schon stolz sein, solch eine Reaktion hervorzurufen. Sie würde sich freuen, würde sie Freude in ihrem Geist zulassen. Aber das war nichts, worauf sie sich verlassen wollte. Yuki zog ihre Kraft nicht aus der Freude und der Zuversicht. Sie zog ihre Kraft aus ihrem Willen und der Absolutheit ihrer Stärke.
"Wärme macht schwach", erwiderte sie. "Die größte Schwäche des Menschen ist der Mensch. Und ebenso ist der Mensch dem Mensch ein Wolf." Ihre absoluten Ansichten. Dinge, die Yuki am eigenen Leib hatte erfahren müssen. Sie glaubte nicht daran, dass Vertrauen und Liebe einen viel brachten. Am Ende waren sie nur leidvolle Emotionen, die sie schwächten. Yuki hatte geliebt. Und diese Liebe hatte sie fast zerstört. Sie hatte ihre Eltern geliebt. Und auch dies hatte sie in einen tiefen Abgrund geworfen.
"Ich bin so, wie ich bin, weil ich Wärme in mein Herz gelassen habe. Und weil ich es bitter bereut habe." Mehr als das. Noch immer trug sie die Narben davon an ihrem Körper. Sie litt heute noch immer unter Schmerzen. Und unter der Taubheit ihres Leibes. Manchmal begrüßte sie die Qualen, die ihr Körper ihr verschaffte, weil sie dann irgendetwas spürte, manchmal aber verfluchte Yuki diese.
"Ich verlasse mich nicht auf Emotionen. Sie sind unbeständig und machen einen Menschen schwach. Wenn man jemanden liebt, hat man einen Klotz am Bein. Einen Schwachpunkt." Er hatte keine Ahnung von ihr. Er wusste nicht, was für Yuki Schwäche bedeutete. Wie hart dieses Gefühl für sie war. Wie schrecklich. "Ich kenne sowohl Glück als auch Unglück, welches immer aus dem Glück und der Freude resultierte. Warum sollte ich mich freiwillig in Leid stürzen? Denn es wird folgen. Es folgt immer. Ein friedliches Leben gibt es nicht. Wir sind Menschen. Unser Verstand ist nicht auf Frieden ausgelegt, sondern nur auf den Krieg eines jeden gegen jeden." Da kam die philosophische Seite der Chara hervor. Warum redete sie eigentlich mit Shinrai darüber? Er war immer noch ein Fremder. Aber etwas in ihr wollte, dass er verstand, dass er kein Reicht hatte, ihre Ansichten zu ändern. Sie erklärte sich nur. Sagte, wie sie empfand. Vielleicht verurteilte sie auch etwas sein Handeln, aber sie versuchte ihn keineswegs zu überzeugen. Er würde schon selbst eines Tages merken, dass sie Recht hatte. Denn Yuki hatte immer recht.
"Meine Stütze?", kam es aus ihr hervor. "Glaub mir, ich brauche keine Hilfe. Und selbst wenn, du würdest es nicht ertragen. Wärst du an meiner Stelle gewesen, wäre dein naiver Geist zerbrochen. Viel früher als meiner." Noch immer hatte sie nichts von der Folter erwähnt. Es war etwas, was die Chara lieber für sich behielt, aber sie hatte das Gefühl, dass dem nicht mehr lange so sein würde. Dass er auch dieses Detail erfahren sollte.
"Ich weiß, wie ich meinen Frieden finde, Junge", sagte sie ernst. "Und den kannst du mir nicht bringen. Dieser Frieden geht nur über die Leiche gewisser Menschen und daran wirst du gewiss nichts ändern können. Ich bringe ihn mir selbst."
Sie wandte sich um und wies ihn an, zu gehen. Doch er war zu stur. War wohl ebenso stur wie Yuki.  Sie schüttelte nur den Kopf, als sie merkte, dass er ihr folgte. Sah ihn aber nicht an. Sie bemerkte nicht, dass er tatsächlich eine Träne vergossen hatte.
Stattdessen begann Yuki zu wanken. Einen Moment hielt sie wieder inne und stütze sich an einem Baum ab.
"Verdammt", zischte sie. Was war es, was sie gerade jetzt schwach machte? Ihr fehlender Schlaf? Wann hatte sie zuletzt gegessen. Vor zwei Tagen? Vor drei? Oder war es die Tatsache, dass sich ihr Erinnerungen aufdrängten. Dass dieser Junge sie dazu zwang, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzen, welche sie so meisterlich verdrängt hatte.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Aug 03, 2016 12:11 am

Die Wut kroch in seinen Schädel, wich in seine Glieder, packte den ganzen Körper. Allerdings hatte er sich selbst in dieser "Stresssituation" noch unter Kontrolle und fuhr nicht aus der Haut. Dafür war Shinrai einfach nicht der Typ. Seine Wut resultierte aus der Enttäuschung, die diese Frau ihm bereitet hatte. Sie führte ihm vor Augen, wie schrecklich ihr Leben war, dass es noch viel Leid auf dieser Welt gab. Zu viel Leid. Seine Trauer vermischte sich mit Enttäuschung und ergab eine explosive Mischung - Wut.
"Mir verleiht die Wärme eine unheimliche Kraft." Mit einem wehmütigen Lächeln führte er seine Hand an sein Herz. "Und alle Leute, die ich im Herzen tragen, schenken mir diese Wärme. Ich ziehe aus meinen Freunden eine unheimliche Kraft." All die Zuversicht und Kraft erlangte der Senju nur durch seine Freunde. Insbesondere durch seine beste Freundin, die ihm mehr war, für die er weitaus kompliziertere Gefühle hatte.
Entschlossen schüttelte der Senju seinen Kopf. "Ich gab ihr ein Versprechen. Ich beschütze sie mit meinem Leben, ganz egal was auch kommt." Die Vorstellung, er könnte sie verlieren, versetzte ihm einen kurzen Schock. Man sah ihm den Schock an. Er ballte seine Hand zur Faust und schlug damit auf die Handfläche der linken Hand. "Ich werde nicht zulassen, dass ihr was passiert, selbst wenn ich dafür mit meinem eigenen Leben bezahle!" Ihr Ableben wäre sein Ende. Sie war sein Licht, die Liebe seines Lebens. Nie fühlte er sich besser und reiner als in ihrer Gegenwart; wie geweiht kam er sich vor, wenn sie ihm in aller Unschuld die Hand nahm, ihm lebhaft um den Hals fiel und ihm damit ein unsagbar Gefühl gab.
"Nein. Die Liebe gibt mir Kraft und Zuversicht. Ich weiß nicht, wo ich ohne die Liebe wäre. Wahrscheinlich hätte ich all meine Träume und Hoffnungen bereits über Bord geworfen. Das .. dieses Mädchen, sie .. sie ist mein Licht, meine Hoffnung." Für Shinrai, gehemmt durch sein Schamgefühl, war die Liebe bzw. die Gefühle für seine beste Freundin ein schwieriges Thema. Dementsprechend brachte es ihn aus dem Konzept. "Irgendwann wird es ein friedliches Leben geben. Irgendwann wird diese Welt in einem neuen, friedlichen Licht erstrahlen. Ich setzte alles daran, dass es so kommen wird. Halt mich für einen Spinner oder für einen Weltenverbesserer. Mir egal. Ich werde der Menschheit den Frieden bringen. Auf meine Weise." Schluss mit all dem Leid. Schluss mit dem Tod. Der kalte Krieg brachte genügend Leid über die Ländereien. Unschuldige Menschen - Zivilisten - verloren ihre Leben. "Ich möchte, dass meine Kinder und Kindeskinder ein harmonisches und glückliches Leben haben. Sie sollen irgendwann nicht auf diese Welt kommen, um in diesem sinnlosen Krieg ihr Leben zu lassen."
Trotz ihrer Worte wollte der Senju noch immer ihre Stütze sein. "Doch, du brauchst Hilfe. Und ich bringe der Welt diesen Frieden ohne weitere Leichen. Ohne weiteren Tod. Wären alle Menschen so wie du, dann wäre diese Welt bereits im Chaos versunken." Oder vielleicht sogar ein besserer Ort. Wer wusste das schon?
Sie ging. Shinrai nahm die Verfolgung auf. Einige Tränen rannten über sein Gesicht, doch sie versiegten, als er ihre Verfolgung ausnahm.
Und dann? Wankend ließ sich die Frau an einem Baum nieder. Selbstverständlich war der Senju direkt zur Stelle. Behutsam legte er einen Arm um die Chara.
"Du brauchst Hilfe." Es sollte keine Provokation sein. Das war einfach nicht die Art des Senju. "Verlass dich drauf, ich lasse dich nicht alleine." Er schenkte ihr ein sanftes Lächeln.
"Eigentlich sollte ich dich ins Dorf bringen, aber .." Sicherlich wollte sie nicht nach Konohagakure. Ihr Weg führte sie an einen anderen Ort. "Warte hier, dann bringe ich dir etwas Wasser und was zu Essen." Ob sie wartete? Wo sollte sie sonst hin? Er war kein Iryounin, doch wahrscheinlich trug ihr Körper sie nur noch einige Meter. Glaubte er. "Einverstanden?" Mit leichter Sorge sah er Yuki in die Augen. Shinrai war wirklich viel zu gut für diese Welt.
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Aug 03, 2016 12:46 am




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Yuki schüttelte abfällig den Kopf. "Das wirst du", meinte sie. "Du wirst für diese Gefühle mit deinem Leben bezahlen. Und sei es nicht dein körperliches. Sie werden dich in einen Abgrund ziehen und du wirst dir wünschen, niemals diese Emotionen gehabt zu haben." Harte Worte aus dem Mund der Frau, welche wohl nun eher verbittert als kühl wirkte. Aber was erwartete man von jemanden wie Yuki? Von einer Person, die so viel hatte durchmachen müssen. "Ich ziehe meine Kraft aus mir selbst. Ich verlasse mich nicht auf andere. Das gibt mir am Ende nicht das Recht, stolz auf meine Taten zu sein. Jemanden zu vertrauen und ihn die Arbeit erledigen lassen, ist nicht ehrenhaft." Ehre war in ihrer Kultur ein wichtiger Begriff. Die Ehre des Kriegers. Aber auch die Shinobi der Dörfer hielten viel auf ihre Ehre. Nur hatte Yuki eben ein anderes Bild. Sie musste alleine durch das Leben kommen. Was wäre sie, wenn nicht? Wie schwach wäre sie?
Kläglich schwach.
"Der Mensch ist nicht für den Frieden geschaffen. Solange unser Denken sich nicht ändert, wird die Welt sich nicht ändern. Solange jemand etwas besitzt, was ein anderer haben will, gibt es Zwietracht. Solange die Menschen den Sünden verfallen, werden sie diese ausleben. Es ist der Mensch selbst, der den Frieden verhindert. Willst du eine Welt ohne Krieg und Konflikte, musst du die Kultur auslöschen." Yuki hatte im Clan nicht viel vom kalten Krieg mitbekommen. Sie war vielleicht Opfer dessen geworden, anders konnte sie sich Chiakis Handeln nicht erklären, aber die Akari hatten ihre eigenen Machenschaften, die es zu erfüllen gab. Da war nicht viel Zeit, sich in die Konflikte der Reiche einzumischen. Viel eher nutzten sie dies aus und kamen ungeschoren mit vielen Dingen davon.
Yuki brauchte keine Hilfe. Von niemanden. Nähme sie Hilfe an, hieß das, dass sie schwach war. Dass sie nicht in der Lage war, sich selbst vor Schaden zu bewahren. Dass sie es nicht verdient hatte, ehrenvoll zu sterben und nach Walhall einzufahren. Sie würde sich niemals auf jemanden verlassen. Niemals wieder.
"Glaubst du das wirklich?", fragte sie scharf. "Du weißt gar nichts über mich. Weißt nichts von meiner Moral und meiner Handlungsweise, aber vermutest, dass sie schlecht ist? Nur weil ich kühl bin? Ich glaube, wäre jeder so wie ich oder handelt zumindest nach meinen Regeln, wären wir in einer gerechten Welt. Vielleicht keine friedliche, aber zumindest weniger schrecklich." Ihre Worte klangen dabei sanfter. Sie hatte schon längst aufgegeben, sich gegen die Worte des Jungen zu wehren. Sollte er der Meinung sein, ihr helfen zu wollen. Yuki nähme diese nicht an. "Ich folge drei Regeln. Vernichte die Bosheit. Vernichte die Todsünden und vernichte den Verrat. Ich jage Nukenin. Ich jage Mörder, Vergewaltiger und Verräter. Ich jage die, die sich an dem Leid anderer bereichern und dies ohne Reue tun. Ich töte die, welche andere aus Neid ermordeten und richte die, die ihrer Arroganz wegen andere quälen und morden." Sie machte eine Pause. Sah Shinrai ernst an. "Wie willst du eine friedliche Welt ohne weitere Leichen errichten, wenn solche Menschen leben? Menschen, die sich nicht bessern werden. Menschen, welche den Tod mehr als nur ein Mal verdient haben. Glaubst du, dass sie sich einfach fügen? Glaubst du, dass ihre Opfer das einfach so hinnehmen?" Wie sie sagte. Solange der Mensch existierte, gab es keine friedliche Welt.
Für Yuki aber war es nun genug. Sie hatte kein Interesse mehr an dem Gespräch mit dem Jungen. Sie war noch immer auf der Jagd und so wandte sie sich ab, um sich zu entfernen. Nur machte ihr Körper nicht mit. Yuki wankte. Sie bemerkte die Schwäche, welche sie überkam, so dass sie sich an einem nahen Baum abstützte.
Shinrai überbrückte die wenigen Schritte zu ihr und legte seinen Arm um ihren Leib. Sofort sah Yuki ihn finster an. "Fass mich nicht an", zischte sie und versuchte seinen Arm abzuschütteln. Wenn Yuki etwas wahrlich hasste, waren es die Berührungen anderer. Sie war zu oft angefasst worden, als dass sie jetzt die Kontrolle darüber abgeben wollte. Man hatte sie geschlagen und getreten. Sie mit kochendem Wasser übergossen und in ihr eigenes Blut getaucht, um sie zu ertränken. Keine Hand sollte ihren Körper mehr berühren. Keine.
"Ich verlasse mich auf niemanden", sagte sie nun atemlos. Ihr Körper wollte tatsächlich aufgeben. Noch immer hatte sie nicht den Ursprung ausgemacht. Was war es nur? War sie hungrig. War sie müde? Yuki ballte die Fäuste und rammte sich eine direkt in den Magen. Sie spürte den Schmerz, der ihren Körper sofort aufrüttelte und ihr einen Moment der körperlichen Klarheit schenkte, welche sie selten hatte. Es war nicht die Müdigkeit, die sie gerade dahinraffte. Es war wohl der Hunger. Oder doch die Erinnerungen? Sie fühlte, wie die Dunkelheit sie einholte. Fühlte, wie alles wieder taub wurde. Als sie sich vor zwei Jahren aus den Fängen der Nukenin befreit hatte, war dies nicht das Ende ihrer Folter gewesen. Noch lange nicht.
Sie wollte erst seine Hilfe ablehnen, doch dann besann sie sich etwas Besserem. Er schien Vertrauen zu haben. Vertrauen, wenn sie jetzt sagte, sie würde warten, dass sie es dann auch täte. Er würde gehen. Dann wäre sie ihn los.
Und so drehte die Chara sich etwas und rutschte den Baum herab.
"Einverstanden", sagte sie nur. Darauf wartend, dass er verschwand und sie endlich das Weite suchen konnte.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Aug 03, 2016 7:09 pm

Nicht mit seinem körperlichen Leben? Ihre Worte ergaben für Shinrai einfach keinen Sinn. Er biss die Zähne zusammen. Er kämpfte mit sich - mit seinem Vorsatz, dass Yuuki bei ihm immer in Sicherheit wäre. "Vielleicht lasse ich mein Leben - mein körperliches Leben .." Abermals ballte er seine Hände zu Fäusten. Selbstbewusst sah er der Frau in die Augen. "Ich lasse niemals zu, dass ihr was passiert! Verstanden?! Sie ist mein Licht, meine Hoffnung, wenn ich sie verliere, dann .." Ein Zucken huschte über sein Gesicht, eine Träne löste sich aus seinem rechten Auge. Verstohlen wischte er die Träne mit dem rechten Arm aus seinem Gesicht. "Ich werde bis zum bitteren Ende an ihrer Seite sein .." Shinrai bemühte sich nach der Träne um ein harmonisches und glückliches Lächeln. Das Gespräch mit der Frau veränderte den Senju. In ihrer Gegenwart war er nicht der aufgedrehte, naive Senju. Er war einfach anders. "Du verstehst mich nicht. Ich ziehe die Kraft aus all meinen Freunden, doch meine Kämpfe trage ich alleine aus. So wie du. Genauso den Traum eines Tages einmal Hokage zu werden." Verträumt blickte er kurz in den Himmel. Nachdenklich. Glücklich. "Immerhin ist es mein Weg. Meine Freunde gehen ihren Weg, haben ihre eigenen Ziele." Shinrai wollte der in der Zukunft ein Hokage sein. Yuuki wollte die größte Iryounin der Geschichte werden. Sie hatten verschiedene Ziele, doch ihre Freundschaft half ihnen dabei diese Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Ohne Yuuki hätte der Senju keine Hoffnung, keine Zuversicht. Es bestand eine Abhängigkeit.
"Dann verändere ich das Denken der Menschen! Ich nehme den Menschen ihre Zwitracht ohne die Verwendung von Gewalt. Es braucht nur ein reines Herz und genügend Wärme. Dafür braucht es wirklich keine Gewalt. Vertrau mir." In gewisser Weise war Shinrai die Reinkanartion von Ashura. Ein weit her geholter Gedanke, doch der Senju besaß ein solch reines, warmes Herz. Er hatte nur gute Absichten für alle Menschen. Für Shinrai war ein Mensch, ganz gleich was es für ein bösartiger Mensch war, immer noch ein Mensch. Der Senju sah nur die guten Dinge eines Menschen. Für ihn gab es einfach keine schlechten Menschen.
Yuki vertrat Handlungsweisen, die Shinrai nicht in den Kopf gingen. Für ihn war die Rache ein ewiger, nicht durchzubrechender Kreislauf. "Du tust das, was du tust, doch auch nur, weil du Menschen verloren hast, die dir am Herzen lagen. Oder dir wurde etwas angetan. Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich warst du in der Vergangenheit auch nicht so ein kühler, abweisender Mensch, aber dein Weg ist der falsche Weg. Rache führt nur zu mehr Rache. Es ist ein ewiger Kreislauf ..", entgegnete er mit leiser, ausgeglichener Stimme. Shinrai war wirklich zu gut für diese Welt. "Was für bescheurte Regeln. Bringe es ihnen auf eine andere Weise bei. Eröffne ihnen andere Möglichkeiten, eine andere Welt. Ein Mord sollte nur der letzte Ausweg sein. Wenn .. wenn .., ach, ich weiß auch nicht. Es sollte aber der letzte Ausweg sein." Shinrai nahm noch nie einem Menschen das Leben. Er fürchtete sich vor jenem Augenblick. Es gab nichts auf dieser Welt, was ihn mehr in eine Schockstarre versetzte. Irgendwann kam dieser Augenblick. Irgendwann nahm auch er einem Menschen das Leben.
Yuki hatte kein Interesse mehr an dem Gespräch. Sie ging. Allerdings ergab sich ihre Körper bereits nach kürzester Zeit. Besorgt legte Shinrai einen Arm um die Frau. Nun war er wirklich ihre Stütze, ihr Halt. Shinrai bemerkte den finsteren Blick der Frau, sah ihr aber direkt in die Augen. Selbstbewusst. Ohne Angst. Der Senju festigte den Griff. "Hasse mich. Stoße mir einen Kunai in den Leib. Ich lasse dich nicht los." Plötzlich tat sie etwas, was Shinrai verwunderte. Sie schlug sich selbst in den Magen. "Hör auf!" Bekümmert musterte er die Frau. Sie war wirklich eine merkwürdige Person, doch mit ihrer, für Shinrai, seltsamen Art zog sie ihn in den Bann.
Der Senju setzte all sein Vertrauen in die Frau. Naiv. Endlich ließ er von der Frau. Sie rutschte einen Baum herab. "Ich bin bald wieder hier. Warte auf mich." Dann kehrte er ihr den Rücken zu und verschwand auf einem Baum. Auf der Suche nach Nahrung.
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Do Aug 04, 2016 3:37 am




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Langsam verstand Yuki, was Sadisten daran fanden, in jemand anderem Wut und Zorn hervorzurufen. Sie sah Shinrai an, dass er nicht ruhig bleiben konnte. Dass ihre Worte ihn zu Herzen gingen. Für sie aber war es ein widerliches Gefühl. Zorn war etwas, was sie verurteilte. Sie wollte nicht, dass dieser Junge dies fühlte. Denn aus Zorn resultierten Dinge, die man oftmals nicht wieder gut machen konnte.
"Wenn du für sie stirbst, hat sie nichts davon." Sie selbst suchte immer nach einem Weg zu überleben und ihr Ziel zu erreichen. Gäbe es in ihrem Leben jemanden, der ihr so wichtig war, dass sie mit dem Gedanken spielen könnte, für diese Person zu sterben, würde sie es dennoch nicht tun. Yuki täte alles, um ihr Leben und das dieser Person zu bewahren. Was brachte es, wenn der eigene Tod diese Person ins Unglück stürzte? Es war ein egoistischer Gedanke. Für jemanden zu sterben. Sein Leben für diese Person zu lassen. Man starb lieber selbst, als mit der Trauer zu leben, diese Person zu verlieren. Das war feige. Es war absolut feige.
Shinrai so zu sehen, war fast schon jämmerlich. Er vergoss sogar Tränen, während er sprach. Wenn man ehrlich war, war er das absolute Gegenteil von Yuki. Sie war verbittert und kühl. Er war voller Hoffnung und emotional. Kein Wunder, dass sie diskutierten. Sie kämen niemals auf einen Nenner. Niemals würden sie einer Meinung sein. Yuki aber strebte dies auch nicht an.
"Die Frage ist eher, ob sie es auch sein wird. Nur weil du jemanden liebst oder diese Person dir etwas bedeutet, muss es nicht auf Gegenseitigkeit beruhen. Auch wenn es den Anschein hat." Yuki wusste das nur zu gut. Sie hatte Chiaki geliebt. Und er hatte sie den Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Etwas, was sie niemals erwartet hätte. Sie hatte dem Mann vertraut. Hatte gedacht, dass er ebenso für sie empfand. Aber es war wohl nicht so. Sie hatte es lernen müssen. Man war sich selbst am nächsten.
Für Yuki glich es einem Schauspiel, ihn zu sehen. Er sah in den Himmel. Schien etwas zu erkennen, was sie nicht sah. Er hatte noch Träume und Wünsche. Hoffnungen. Er war so jung. Die Chara konnte sich kaum erinnern, wie sie damals in seinem Alter war. Wie alt war er? Fünfzehn? Sechzehn? Er musste ein Chuunin sein. Sein Chakra ließ darauf deuten. Wahrscheinlich hatte er die Prüfung vor einiger Zeit bestanden und war nun voller Dinge, seine Träume zu verfolgen. Er hatte Freiheiten bekommen, die ein Genin nicht haben konnte. Aber er würde fallen. Die Welt der Chuunin war grausam. Kein Jounin würde ihn mehr behüten. Er war oftmals auf sich allein gestellt.
"Dann pass auf, dass deine Freunde dir nicht den Rücken zukehren. Weil wenn das passiert, hast du nicht das Recht, dich darüber zu beklagen." Harte Worte. Vielleicht. Aber für jemanden, der sich selbst am nächsten war, war dies normal. Die Chara konnte sich nicht auf andere verlassen. Menschen waren schwach. Man erkannte erst in extremen Situationen, was man an einer Person hatte. Und wenn diese ihr dann den Rücken zukehrten und sie allein da stand, wäre es ihre eigene Schuld, wenn sie starb.
"Das ist naiv. Wir Menschen haben den Hang zum Bösen. Wärme und ein reines Herz können niemals einen Verdorbenen reinigen. Du kannst versuchen, was du willst. Ein schlechter Mensch bleibt ein schlechter Mensch. Ich will sehen, wie du zu einem Mann gehst, der der Bosheit verfallen ist und Kinder missbraucht. Ich will sehen, wie du mit so jemanden sprichst und ihn davon überzeugst, ein guter Mensch zu werden." Sie dachte an Jamini. Das Mädchen war keine sechzehn Jahre alt und hatte selbst schon in einen tiefen Abgrund geblickt. Niemals konnte man einen Menschen wie ihren Peiniger verändern. Shinrais Vorstellungen waren zum Scheitern verurteilt.
"Es gab eine Zeit, in der ich anders war. Eine Zeit, in der ich Menschlichkeit zugelassen habe. Aber das habe ich bereut. Ich mache keinen Fehler zweimal. Ich habe zugelassen, das mein Herz erwärmt wurde und durfte dadurch mehr leiden als du es dir ausmalen kannst." Ob er diese Worte metaphorisch nahm? Denn sie waren wörtlich gemeint. Yuki hatte Dinge durchgestanden, welche man sich wirklich nicht vorstellen konnte. Sie würde es ihm zeigen, wenn sie könnte. Damit er ihr Leid am eigenen Körper fühlte. Damit sie seine naive Art austreiben konnte, welche ihr so gegen den Strich ging. Aber sie konnte es nicht. Sie konnte ihm nicht klar machen, welche Erinnerungen in ihrem Geist vergraben waren. "Manche Menschen müssen sterben", begann sie. "Denn ohne sie ist diese Welt ein besserer Ort. Man kann einen Sadisten niemals seine Art austreiben. Niemals die Menschen vor ihm sichern. Was soll man sonst tun? Sie einsperren? Alle bösen an einem Ort sammeln und sie verrotten lassen? Gefahr laufen, dass sie sich befreien und auf diese Weise gemeinsam viele Menschen töten? Wer schreckliches tut muss mit dem Tod rechnen."
Ihr wurde das langsam zu bunt, weshalb die Chara sich entschied, ihrer eigentlichen Aufgabe nachzugehen. Shinrai sollte sie in Ruhe lassen, so dass sie sich von ihm abwandte und in eine andere Richtung lief. Doch ihr Körper wollte sich dem nicht fügen. Er gab auf. War zu müde. Zu hungrig. Zu schwach. Sie wusste es nicht. Aber eines wusste sie, dass sie vor diesem Konohanin auf keinen Fall zusammenbrechen wollte.
Doch sie wankte und musste sich abstützen. Ihr Leib verweigerte ihr den Dienst. Der Junge war zur Stelle und stütze sie. Legte seinen Arm um sie, wodurch er einen finsteren Blick erntete. Yuki wollte nicht berührt werden. Wollte nicht von diesem Jungen oder sonst wen angefasst werden. Aber er wollte nicht von ihr ablassen. Sah ihr selbstbewusst in die Augen.
"Ich greife keine Unschuldigen an", zischte sie, als er sich weigerte, von ihr zu lassen. Durch seine Berührung aber drängten sich ihr Bilder auf. Bilder, die sie vergessen wollte. Leid, das sie quälte. "Du hilft mir gerade nicht. Im Gegenteil", fügte Yuki wahrheitsgemäß an.
Als sie sich selbst schlug, erkannte sie, was ihr fehlte. Shinrai aber verstand es nicht, warum sie das tat. Schrie sie an, dass sie das lassen sollte, aber darauf hörte Yuki nicht. Sie wusste bereits, was sie wissen wollte. Sie brauchte Essen. Sie musste etwas finden.
Als er ihr anbot, Essen und Trinken für sie zu holen, willigte Yuki ein. Er ließ von ihr ab, so dass sie den Baum hinabgleiten konnte. Wie naiv er war. Sie hatte nur zugestimmt, damit er ging. Wer Yuki kannte, wüsste, dass sie niemals Hilfe annahm. Dass ihr Stolz das verhinderte. War sie zu schwach, sich selbst zu helfen, hatte sie den Tod verdient. Aber er ging. Er ging und sie sah ihm noch nach. Eine kurze Weile beobachtete sie durch ihre Sensorik, wie er sich entfernte, ehe sie sich ächzend auf die Beine hob.
Diese zitterten. Aber Yuki hielt sich. Sie würde gehen. Weg von hier. Weg von dem Jungen. Wenn sie weit genug lief, würde er sie nicht finden. Sie wäre fern von ihm. Frei von ihm. Sie konnte sich nicht länger mit ihm beschäftigen, denn er tat ihr alles andere als gut. Er rüttelte Dinge wach, welche die Chara vergessen wollte. Dinge, welche ihr schmerzten.
Yuki stolperte von Baum zu Baum. Schaffte es irgendwie, einige Meter voran zu kommen, ehe ihre Beine wieder versagten und sie auf die Knie ging. Das reicht aber vorerst. Sie war ein Stück von dem Platz entfernt, wo er sie zurück gelassen hatte. Sie hockte hinter den Wurzeln eines umgestürzten Baumes, so dass auch der Blick auf sie versperrt bliebe. Mit zitternden Armen zog sie ihre Schriftrolle hervor und entsiegelte den Reiseproviant. Yuki brauchte keine Hilfe. Von niemanden. Als wäre sie so dumm und hätte nichts zu Essen dabei, obwohl sie von ihrer eigenen Schwäche wusste.
Sie begann zu essen. Alter Reis, welcher aber noch verzehrbar war. Sogar Wasser hatte sie. Beides würde sie mit dem versorgen, was sie brauchte. Nur etwas essen. Ein einer halben Stunde wäre sie wieder teils bei Kräften. Dann könnte sie weiter. Weiter nach ihrem Ziel suchen. Und den Jungen vergessen.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Do Aug 04, 2016 7:11 pm

Shinrai vergaß all seine Ideale und Werte. Die Worte seiner Eltern. Ließ er durch seine Emotionalität direkt Dunkelheit in sein Herz? Gerade interessierte es ihn nicht, denn er kämpfte mit einer anderen Dunkelheit, die sein Herz, seiner Seele und seinen Verstand einhüllte und ihn zu ersticken drohte. Er rang etwas nach Luft, schmeckte Blut von einer zerbissenen Zunge auf seiner Unterlippe. Er unterdrückte den aufkommenden Schmerz. Ein leichtes Zittern übernahm seinen Körper und bescherte ihm eine leichte Gänsehaut. Er machte große Augen. Seine Pupillen zitterten, als er mit der Erkenntnis rang, dass Yuuki wirklich nichts von seinem Tod hatte. Er erinnerte sich an ihr gemeinsames Versprechen. Es beruhigte den Mann.
“Sie gab mir ein Versprechen. Sie passt auf mich auf.“ Am Ende waren es seine Freunde, die ihn am Leben hielten. Allerdings nicht durch ihre Zuversicht und Hoffnung auf eine bessere Welt, sondern durch Taten. “Sie lässt nicht zu, dass ich sterbe. Sie würde alles tun, damit ich bei ihr bleiben kann. Ich vertraue ihr mein Leben an.“ Er mochte sie, hatte ihr gesagt, dass er ihr vertraue. Shinrai legte all sein Vertrauen in ihre Worte. Und er wusste, dass er ihr vertrauen konnte, dass sie alles tat, damit er bei ihr blieb. “Und wenn nicht, dann ist es so, dann sterbe ich für einen guten Zweck.“ Sicherlich war Yuki einer anderen Meinung. Sie hatten grundverschiedene Ansicht. Diese Diskussion führte zu nichts.
Tränen traten aus seinen Augen, Tränen der Angst und der Verzweiflung. Ihr Ende wäre auch sein Ende. Womöglich verlor er dann sogar seinen Glauben an eine harmonische Welt. Für ihn wäre diese Welt dann nurnoch ein trister Fleck im Universum. Die Hölle.
“Ja, ich weiß .." Diesbezüglich führte Shinrai bereits intensive Gespräche mit seinem ehmaligen Sensei. Selbstredend bemerkte der Mann die Gefühle seines Schülers für die junge Frau. “Aber ich werde es nicht herausfinden, wenn ich ihr meine Gefühle nicht gestehe. Wer weiß, .. vielleicht werden wir ein echt glückliches Paar. Irgendwan .. in der Zukunft." Oft ärgerte sich Shinrai über sein eigenes Schamgefühl. Und er hatte Angst. Angst, dass sich etwas zwischen ihnen veränderte, wenn er ihr seine Gefühle gestand. Der Blick, wie er in den Himmel sah, wurde trüber, er verlor sein Lächeln. Seine Gefühle für die Frau bereiten ihm Angst. Zu gerne hätte er gewusst, wie sie fühlte, was sie von ihm wollte. Hatte sie womöglich die selben Gefühle? “An einigen Tagen habe ich wirklich Angst vor dem Tag, an dem ich ihr meine Gefühle gestehe .." Sein Blick klebte weiterhin am wolkenverhangenen Himmel. “Aber warum rede ich mit dir darüber? Du verstehst es sowieso nicht .."
Seufzend wand er seinen Blick vom Himmel und sah der Chara wieder in die Augen. “Wahre Freunde tun so etwas nicht. Sie kehren dir nicht einfach den Rücken zu. So etwas machen nur Feiglinge." Shinrai hatte seine ganz eigenen Meinung von solchen Leuten. Sie waren in seinen Augen auch nur Menschen, aber feige Menschen. Im Gegensatz zu der Chara verließ sich der Senju auf seine Freunde. Die Kraft der Freundschaft war ein Band, welches niemand zertrennen konnte, ganz gleich wie sehr er es versuchte.
“Hang zum Bösen? So ein Quatsch! Glaubst du wirklich, wir kommen mit Dunkelheit im Herzen auf diese Welt? Glaubst du das wirklich?! Nein. Jeder Mensch hat eine Chance im Leben. Viele Menschen verspielten ihre Chance, doch ich gebe jedem Menschen eine zweite Chance. Selbst ein böser Mensch trägt noch etwas Wärme in seinem Herzen. Er bleibt kein böser Mensch. Es gibt Gründe, warum er so ist wie er ist, doch er ist kein böser Mensch. Genauso wie du. Du hast auch deine Gründe für dein Handeln. Vielleicht schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit. Nichtsdestoweniger trägst auch du noch etwas Wärme in deinem Herzen. Womöglich sind es die schönen Erinnerungen an deine Familie oder Freunde." Ganz dünnes Eis, Shinrai! Nichtsdestoweniger bestanden in ihrem Unterbewusstsein selbst die schönen Erinnerungen an ihre Familie. Irgendwo gab es sie. “Ich weiß nicht, was für Erfahrungen du in deinem Leben gemacht hast. Ich weiß nicht, wie schlimm das Leid war, doch kein Leid auf dieser Welt kann so groß sein. Was du brauchst sind Freunde, die immer hinter dir stehen. Vielleicht .. naja .. vielleicht sogar einen Mann .." Ein rötlicher Schimmer legte sich auf seine Wangen. Für ihn war das Thema "Beziehungen" wirklich ein sehr, sehr heikles Thema. Nichtsdestoweniger brauchte die Chara Freunde. Leute, die immer an ihrer Seite waren und sie nie alleine ließen. Dann würde auch sie die schönen Seiten des Lebens kennenlernen. Ihre nächsten Worte brachten Shinrai ins Grübseln. Auch er hatte eine ganz eigenen Gerichtigkeitssinn. Bisher sprach er es nicht auf, doch es gab Menschen, die für den Frieden ihr Leben lassen mussten. Geknickt durch diese "neue" Erkenntnis, sah er betrübt auf den Boden. “Ich weiß .. aber .. aber ich will das nicht. Habe nicht schon genügend Menschen ihr Leben gelassen? Müssen immer noch mehr Menschen sterben, damit wir endlich ein friedliches Leben haben? Ich will das nicht .."
Langsam entfernte sich die Chara von dem jungen Mann. Selbstverständlich nahm Shinrai die Verfolgung der Frau auf und war ihr dann sogar eine Stütze. Im warsten Sinne des Wortes. Sie hasste diese Berühungen. Sie hasste sie wie die Pest, doch Shinrai ließ nicht von der Frau ab. Die "Hilfsbereitschaft" war fast schon wie eine Vernarrheit. Ihre finsteren Blick konterte er mit einem Lächeln. Der Senju sah in ihr keine Finsternis, sondern aufkeimende Wärme. Vielleicht brauchte es viele Monate oder Jahre, bis sie ein anderer Mensch war, doch bei ihrem nächsten Aufeinandertreffen, so hoffte er, wäre sie bereits ein andere Person. Was für ein naiver Gedanke.
Er war ihr keine Hilfe? Fragend blickte er ihr in die Augen. “Sag mir was ich tun soll und ich tus'"
Shinrai wäre ihr nun doch eine Hilfe! Und so machte sich der naive Senjuspross auf Nahrungssuche. Schnell, so schnell er konnte, sprang er von Ast zu Ast - von Baum zu Baum. Selbstverständlich machte er sich Sorgen um die Frau. Nicht nur wegen ihres körperlichen Zustands. Ihr Aufeinandertreffen blieb dem Senjuspross sicherlich noch lange im Gedächtnis.
Nach kurzer Zeit erspähte sein Auge einen kleinen Bauernhof. “Halte durch. Gleich bin ich wieder bei dir." Mit einem gekonnten Sprung entfernte sich der Senjuspross von einem dünnen Ast. Hier endete der Wald. Aber nicht Hi no Kuni. Der Anblick bot dem Senju eine echte Idylle. Allerdings hatte er keine Zeit für Träumereien. Yuki brauchte seine Hilfe! Mit hastigen Schritten schnellte er auf ein großes Haupthaus zu. Wildgeworden klopfte er an die Tür. “Ich brauche dringend ihre Hilfe!" Ein verbissener Ausdruck legte sich auf seine sonst so ausgeglichene Miene. Jäh öffnete ihm ein älterer Herr die Tür. Sofort fiel Shinrai sein ergrautes Haar und das eingefallene Gesicht ins Auge. Er ließ den Mann aber nicht zu Wort kommen. “Ich brauche ihre Hilfe. Ich, nein, eine Frau braucht etwas zu Essen. Sie liegt im Wald!" Die Lippen des Mannes formten sich zu einem freundlichen Lächeln. Er bot dem Senju Einlass in das viel zu große Hause. “Nein, ich habe wirklich keine Zeit." Der Herr bat den junge Senju um etwas Geduld. Dann ging die Tür zu.
Einige Minuten verharrte Shinrai in der klirrenden Kälte. Dann öffnete der Mann wieder seine Tür. In seiner Hand lag ein Essenskorb. “Vielen Dank .." Höflich verbeugte sich der Senjuspross. Er nahm den Korb entgegen und machte sich auf den schnellsten Weg zurück zu Yuki.
Weg. Sie war nicht mehr hier. Shinrai ärgerte sich über seine eigene Naivität. Natürlich haute sich ab. Sie wollte oder brauchte seine Hilfe nicht. Doch! Sie brauchte seine Hilfe. Nur .. wo war sie? Er hatte keinen Anhaltspunkt. Oder doch? Im Schnee erblickte er einige Schneespuren, die weiter in den Wald führten. Mit dem Korb in der Hand nahm er die Verfolgung auf.
Die Spuren endete an einem Baum, doch keine Spur von Yuki. Vor Sorge nahmen seine Züge ernsten, verbisseren Ausdruck an. Er umkurvte den Baum.
Dort saß sie, hinter einer Wurzel. Aß. Mutloß sank sein Haupt. Niedergeschlagen war er. Mehr als das. Wortlos warf er den Korb vor ihre Füße. Etwas des guten Essen rollte aus dem Korb. Brot, Fleisch und etwas Obst. “Bitte .." Mehr sagte er nicht. Er sah sie auch nicht an. Er war enttäuscht.
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Do Aug 04, 2016 10:53 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Yuki verstand es nicht. Sie verstand nicht, wie man sich auf eine andere Person verlassen konnte. Wie man sein eigenes Leben aus der Hand geben wollte. Es war töricht. Denn wenn etwas schief ging, hatte man nicht das Recht, sich zu beklagen. Wenn man verletzt wurde, weil man sich auf jemanden verließ, durfte man sich nicht beschweren. Man lief Gefahr, zu sterben und durfte dabei nur sich selbst die Schuld geben. Der Chara war das zu unsicher. Sie glaubte nicht daran, dass es jemals wirkliches Vertrauen gab. Irgendwann richtete es sich gegen einen. Immer. Und selbst wenn es dabei ging, dass man sein Leben für eine andere Person opferte. Wenn man tot war, hatte niemand etwas davon.
"Glaub doch, was du willst", meinte sie. "Es ist nicht meine Absicht, dich von meinen Ansichten zu überzeugen." Sie wollte nur, dass er sie in Ruhe ließ. Die Chara hatte ihre Ansichten und er seine. Sie zwängte niemanden auf, so zu denken wie sie. Alle verurteilten sie für ihre art und begangen mit ihr darüber zu diskutieren. Sahen ihr Denken als falsch an und glaubten, dass man sie erretten könnte. So viele Menschen taten das. So viele waren daran gescheitert. Yuki ließ nicht davon ab. Das war Teil ihrer selbst. Und sich selbst war sie treu.
Yuki verstünde nichts von der Liebe? Doch, das tat sie. Sie tat es ganz genau und eben weil sie geliebt hatte, war sie so, wie sie war. Vor Chiaki war sie ähnlich kühl gewesen, aber man hatte mit ihr arbeiten könnten. Sie war mit anderen Personen auf Missionen gegangen und hatte sich normal unterhalten, wenn auch recht distanziert, da die Erinnerungen an den Tod ihrer Eltern schwer wogen. Durch Chiaki war sie anders geworden. Freundlicher. Sie hatte gelächelt. Hatte gelacht. Dass das Leben genossen. Sie war jemand gewesen, den viele nicht mehr erkannten. Yuki hatte sich durch den Mann verändert. Und er war es auch gewesen, welcher sie zu der Person machte, die sie heute war. Er hatte ihr die Freude am Leben gegeben und er hatte ihr sie auch wieder genommen. Die Chara wusste, was Liebe war. Und sie wusste, wie sehr diese schmerzte.
"Träume, Junge. Irgendwann aber wachst du auf und erkennst die Realität." Mehr sagte sie nicht. Sie wollte ihm nicht offenbaren, was sie erlebt hatte. Was sie erkannt hatte. Es war eine andere Sache. Es war nicht ihre Sache, wie er sein Leben lebte. Sie wollte ihn doch eigentlich nur  los werden. Wieso ließ er das nicht zu? Wieso musste er immer weiter diskutieren? Yuki nahm sich nun deutlich zurück, weil sie das nicht mehr wollte. Weil es ihr nicht gut tat. Sie wollte weder glücklich noch unglücklich sein, aber dieses Gespräch drängte sie zu letzterem. Und das gefiel ihr nicht.
"Richtig, du hast keine Ahnung, wer ich bin und was ich durchgemacht habe", zischte sie. Kein Leid der Welt konnte so groß sein? Yuki sehnte sich nicht nach Mitleid. Sie sehnte sich nicht danach, dass er verstand. Aber sie wusste, dass es für ihre Qualen wenig Vergleichbares gab. Aber darauf beharrte sie nicht. Die Chara lebte und das reichte ihr. Sollten die Menschen denken, was sie wollten. Sollten sie sich in Selbstmitleid suhlen. Für sie war ihre Vergangenheit der Grund, weiter zu machen. "Aber eines kann ich dir sagen. Ein Mann ist der Grund für mein Leid. Also glaube nicht, dass es gerade das ist, was ich brauche. Dennoch brauche niemanden außer mich selbst. Niemanden, welcher mich herabzieht. Niemand, welcher mir wehtun kann." Sie war sich selbst am nächsten. Anders ging es nicht.
Er wollte nicht mehr Leben nehmen. Menschen eine zweite Chance geben. Yuki verstand das nicht. In ihrem Kopf ergab das einfach keinen Sinn, denn für sie war das alles verrückt. Mördern, Vergewaltigern, Verrätern und anderen Monstren konnte man nicht vergeben und man konnte ihnen nicht vertrauen. Sie würden immer wieder falsch handeln. Sie würden immer wieder andere verletzen. Es gab keine richtige Entscheidung in diesem Thema, aber es gab eine weniger problematische. Aber Yuki schwieg. Schwieg und sagte nichts dazu. Er war zu stur. War zu stur, die Realität zu erkennen. Er war zu verblendet. Es war nicht Yukis Aufgabe, ihn vor sich selbst zu retten.
Stattdessen wollte sie gehen, aber ihr Körper spielte nicht mit. Sie wankte und Shinrai war zur Stelle um ihr zu helfen, was ihr deutlich gegen den Strich ging. Er wollte nicht von ihr lassen, obwohl er ihr damit das wohl schlimmste antat, was man ihr antun konnte. Er war kurz davor, Erinnerungen in ihr loszulösen.
Er wollte wissen, wie er ihr helfen konnte? "Lass mich einfach los, verdammt", zischte sie. Wie schwer konnte das zu verstehen sein? Yuki sagte das nicht aus Stolz oder aus Spaß, sondern reinen Selbstschutz. Es ging hier um mehr als ihre Würde. Doch er verstand es nicht. Hier ging es um ihren Verstand.

Er war so naiv. Yuki hatte fast schon gerissen dafür gesorgt, dass er sich von ihr entfernte, so dass sie sich einen anderen Ort suchen konnte. Er versuchte Nahrung für die Frau zu besorgen, welche sie gar nicht nötig hatte. Yuki besaß, was sie brauchte. Sie wollte Shinrai nur los werden. Und so entfernte sie sich, vergaß dabei aber die Spuren im Schnee. Die Wochen in Kaze no Kuni hatten sie unvorsichtig werden lassen, denn dort verwischte der Wind schnell die Spuren.
Und so fand er sie. Er hatte einen Korb mit Nahrung in der Hand, was Yuki wenig interessierte, da sie ohnehin nichts aß, was andere gemacht hatten. Sie vertraute nicht darauf, dass sie unvergiftete Nahrung erhielt.
Die Enttäuschung war ihm anzusehen, als er den Korb vor ihre Füße warf. War er über ihr Verhalten oder über seine Naivität enttäuscht? An seiner Stelle wäre Yuki sauer auf sich selbst für die eigene Dummheit. Aber sie konnte die Denkweise des Jungen nicht verstehen. Sie wurde nicht schlau aus ihm. Und er wohl genauso wenig aus ihr.
Die Chara hievte sich auf die Beine. Sah ihn kühl an. Was sie jetzt tun würde, hatte sie noch nie getan. Aber sie wollte, warum auch immer, dass er verstand. Sie wollte, dass er realisierte, dass all seine Worte bei ihr auf eine Wand treffe würden. Sie wollte, dass er sie verdammt noch mal in Ruhe ließ.
"Ich verstehe dein verdammtes Problem nicht, Senju-San", zischte sie. Natürlich sprach sie ihn nicht mit Namen an. Das war bei ihr ein Zeichen des Respekts, wenn sie es tat. Und sie respektierte nur den Mann, der sie aufgezogen hatte. "Ich habe nicht um deine Hilfe gebeten. Ich habe sie ständig abgelehnt. Wieso bist du also enttäuscht? Wieso glaubst du, dass gerade jemand wie ich, auf jemanden wie dich oder auf irgendwen angewiesen ist?" Sie trat auf ihn zu. Nur einen Schritt. Sie wartete nicht, dass er sie ansah. Es war ihr egal. Sie würde jetzt sprechen und sich nicht unterbrechen lassen. "Du glaubst, dass ich keine Ahnung von Vertrauen und Liebe habe. Dass ich keine Wärme in meinem Herzen trage. Das ist nicht wahr. Ja, ich verbanne die Wärme aus mir. Ich verbanne sie und will sie nicht. Ich habe geliebt. Ich habe geliebt und es bitter bereut. Du weißt nicht, wie es ist, so tief zu fallen wie ich. Du kannst es dir gewiss auch nie ausmalen." Sie machte eine kurze Pause. Wollte sie das wirklich tun? Wollte sie wirklich das ansprechen? Es ihm offenbaren? Ihr war klar, dass sie ihn dadurch noch weniger los werden würde, aber gleichzeitig könnte er verstehen. Könnte realisieren, dass man bei Yuki nicht grundlos auf taube Ohren traf. "Ich liebte einen Mann. Einen Konohanin. Ich liebte ihn und vertraute ihm mein Leben an. Ich wäre für ihn gestorben. Und er behauptete dasselbe von sich. Aber das war eine Lüge. Eine dreckige und hinterlistige Lüge. Er verriet mich. Wollte Informationen von mir, die ich nicht preisgab. Und Menschen tun viel, wenn sie etwas wirklich wollen." Sie würde ihm jetzt eine Seite der Menschheit aufzeigen, die er wohl noch nicht kannte. "Was waren die schlimmsten Schmerzen, die du durchstehen musstest? Ich verspreche dir, ich übertrumpfe es. Dieser Konohanin nahm mich gefangen und brachte mich zu Freunden von ihm. Nukenin. Sie folterten mich und heilte mit Iryoujutsu meine Wunden. Doch sie brachen mich nicht. Sie schlugen mich. Ich schwieg. Sie verletzten mich mit Klingen. Ich schwieg. Sie zogen mir die Haut vom Fleisch. Ich schwieg. Man brach mir sämtliche Knochen, aber ich sagte kein Wort. Weißt du, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Fleisch verbrennt? Weißt du, wie sich Peitschenhiebe anfühlen? Hast du jemals Säure schlucken müssen? Hast du jemals auf Eisennägeln in deinen Fußsohlen laufen müssen? Hat man versucht dich in Blut zu ertränken? Hat man dich fast verhungern und verdursten lassen? Dir verdorbenes und vergiftetes Essen gegeben? Dir die Fingernägel herausgerissen?" Sie machte eine Pause, denn Erinnerungen drückten sich ihr auf. Erinnerungen, die sie wieder verdrängen musste, denn sie schmerzten. Sie würden sie einholen, wenn sie nicht aufpasste. "Aber sie brachen mich nicht. Ich schwieg. Ich ließ nicht zu, dass sie bekamen, was sie wollten. Aber jedes körperliche Leid war nichts im Vergleich zu dem, was sie mir dann antaten. Sie schickten mit in die Dunkelheit. Ein Genjutsu, welches mich in einen finsteren Raum einsperrte. Einen endlosen, schwarzen Raum. Ich sah nichts. Ich hörte nicht. Ich konnte laufen wohin ich wollte, aber ich kam nicht an. Nirgends. Ich war dort. Allein. Unfähig, hinauszugelangen. Unfähig, etwas zu tun. Egal wie laut und wie lange ich schrie, ich blieb allein. Ich fühlte nichts. Keinen Hunger. Keinen Durst. Keine Schmerzen. Mein Körper war taub. Es vergingen Jahre in diesem Genjutsu. Versuche dir nur einen Moment im Nichts vorzustellen. Und dann versuche dir zwei Jahre darin auszumalen. Mein Verstand wäre zerbrochen, hätte ich nicht gehasst. Er wäre zerbrochen, wenn ich mir selbst nicht immer wieder gesagt hätte, dass ich sie töten würde. Dass ich einen nach dem anderen finden und vernichten würde. Die Dunkelheit fraß sich in meinen Körper." Sie schluckte, denn sie fühlte, wie die Finsternis ihren Leib einnahm. Ihre Glieder wurden taub und einen Moment wurde ihr Blick glasig, ehe sie sich wieder fing. "Ich befreite mich. Allein. Niemand war innerhalb eines halben Jahres gekommen, um mich zu befreien. Und das, obwohl ich eine angesehene Priesterin meines Clans bin. Und das, obwohl die anderen zu mir aufsahen. Ich erkannte, dass ich mir selbst am nächsten war. Und ich stand auf. Stand auf und wankte auf blutigen Sohlen aus meiner Folter. Floh, ehe man bemerkte, dass ich verschwunden war. Es war vielleicht Glück, dass das Genjutsu endete. Oder es war Absicht, denn meine Folter besteht bis heute weiter. Ich kann nicht schlafen, weil ich Alpträume habe. Ich habe kein Hungergefühl, weswegen ich selten esse. Ich spüre durch jeder meiner Narben, was ich erlebt habe und gleichzeitig ist mein Körper taub, so dass ich Berührungen kaum vernehme, sie aber absolut widerlich finde, denn sie erinnern mich an die fremden Hände auf meinem Leib. Ich kämpfe nach wie vor gegen diese Männer." Ihr Blick wurde kühl. Eiskalt. "Und jetzt möchte ich eines von dir wissen. Nur eine Sache. Warum sollte man Menschen wie diesen Männern eine zweite Chance gewähren? Warum sollte man ihnen vergeben und sie am Leben lassen? Welches Recht haben sie darauf? Sag es mir." Yuki hatte darauf eine Antwort. Sie hatten ihr Recht zu Leben verwirkt. Aber sah das Shinrai ebenso?

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Fr Aug 05, 2016 12:12 am

Shinrai hatte Freunde. Viele Freunde. Sie waren für ihn nicht nur Kameraden oder Partner, sie waren seine Freunde. Gemeinsam überstanden sie selbst die schrecklichsten Phasen im Leben. Der Verlust eines guten Freundes gehörte zu solchen Phasen. Sie waren immer füreinander da, halfen sich, wenn er andere Schwierigkeiten hatten. Die Freundschaft war wie ein geistiges Band. Ein unzertrennliches Band aus Zusammenhalt, Glück und Liebe. Ein unsichtbares Band, welches niemand zu durchtrennen vermochte. Selbst in den dunkelsten Stunden hatte einer stets ein Lächeln auf den Lippen. Meistens war es Shinrai. Er verlor sein Lächeln in den seltesten Augenblick. Das Gespräch mit Yuki war einer dieser seltenen Augenblicke, in der sein Lächeln in mehrere Stücke zerbrach. Eine einzige Sache behielt der Senju aber - die Liebe und die Wärme in seinem Herzen. Erlosch jene Flamme in seinem Herzen, war er verloren. Das wäre sein bitteres Ende.
Shinrai glaubte an den Frieden. Er glaubte an die Wärme im Herzen eines Menschen. Sie durchströmte seinen gesamten Körper, jeden Tag, selbst dann, wenn es keine Hoffnung mehr gab. Selbst im Angesicht des Todes verlor der Senju die Liebe in seinem Herzen nicht. Sie war ihm ein ständiger Begleiter, bis er eines Tages nicht mehr war. Sie war wie eine Flamme, die nie erlosch, sondern fortbrannte, sodass er an an Kraft und Reinheit zunahm. Daran glaubte der Senjuspross. Er war eine kleine Knospe, doch durch das Licht - die Wärme und Liebe in seinem Herzen - gedeihte die kleine Knospe.
Shinrai offenbarte all seine Gefühle für Yuuki. Ein solches Gespräch führte er vor einigen Monaten mit seinem ehemaligen Sensei, doch mit einer Unbekannten? Vielleicht war es ein Fehler. Ein großer Fehler.
Normalerweise war Shinrai frei von Vorurteilen, doch er glaubte zu wissen, dass Yuki nicht wusste was die Liebe eigentlich ist. Dabei kannte er ihre Geschichte nicht. Kannte nicht das ganze, unerträgliche Leid und die damit einhergehenden Enttäuschungen. Shinrai wurde noch nie in seinem Leben mit einem solchen Leid konfrontiert. Er wusste, dass es viel Elend und Not auf der Welt gab, viele Menschen litten unter den schlechten Beziehungen der Großmächte, doch all das Leid war nicht im Vergleich zu den Erinnerungen der Chara.
Shinrai erwachte niemals aus seiner "Traumwelt". Die Flamme der Liebe und der Harmonie brannte für immer in seinem Herzen. Vielleicht erlangte er die wichtige Erkenntnis, dass diese Welt kein friedlicher Ort ist, wenn er selbst einen nahestehenden Menschen verlor. Jemanden, den er wirklich liebte, der alles für ihn war. Yuuki war eine solche Person. Die bedingungslose Liebe zu der Nara war seine einzige Schwachstelle. Der Senju erkannte es noch nicht, doch ihr Ende wäre auch das Ende seiner Wärme im Herzen. Stellvertretend für die Liebe und Harmonie in seinem Herzen stand Yuuki. Sie war die brennende Flamme in seinem Herzen.
Er stellte sich eine Frage. Nur eine einzige Frage. Was für Erfahrungen in der Vergangenheit machten sie zu einem solchen kühlen Menschen? Für ihn ergab das alles keinen Sinn. Was für ein unsagbares Leid schaffte es, dass ein Mensch so wurde?
Ein Mann trug also die Schuld an ihrem Leid. Womöglich verlor sie ihren Geliebten? Oder es hatte einen ganz anderen Hintergrund. Shinrai war kein großer Denker. Für ihn ergab all das immer noch keinen Sinn. "Ein Mann?" Der Verlust eines geliebten Menschen war selbst für ihn eine qualvolle Vorstellung. Allerdings gab er Yuuki ein wichtiges Versprechen. Er war ihr "Beschützer". Solange er in ihrer Nähe war, wäre sie in Sicherheit. Für sie tat er einfach alles. Für sie ließ er sogar sein eigenes Leben.
Augenscheinlich brauchte sie seine Unterstützung und Shinrai war zur Stelle. Ihr Leid war auch sein Leid. Wie hießt es? Geteiltes Leid ist halbes Leid. Und so war er ihr eine Stütze.
Sie wollte es nicht. Sie wehrte sich mit den ihr verbliebenen Kräften gegen seine Hilfe. Er ließ aber nicht von der Frau ab.
Ihre Worte ergaben für Shinrai einfach keinen Sinn. Fast alles was aus ihrem Mund kam ergab für den Senju keinen Sinn. Sie hatten total unterschiedliche Ansichten von dieser Welt. Doch, es gab einen Unterschied. Yuki kannte das Leid auf dieser Welt und die Brutalität der Menschen. Und Shinrai? Er verlor einige seiner Freunde. "Mehr nicht".
Freudlos sah er auf den Boden. Loslassen? So war er ihr eine Hilfe. Zögernd, und mit blutendem Herz ließ er von der Frau ab. Für ihn war es ein gewaltiger Schritt.


Sofort machte sich Shinrai auf den Weg. Er brauchte Essen. Unbedingt. Für ihn war es wie eine wichtige Mission. Nein, eigentlich war es wichtiger als eine Mission, denn er sah Yuki bereits als eine Freundin. Er ließ sie bereits nach so einer kurzen Zeit in sein Herz. Auch in ihr brannte noch eine kleine Flamme. Vielleicht entfachte nicht er ihre Flamme, doch dort draußen gab es einen Menschen, der es konnte. Dieser Gedanke erheiterte sein Gemüt auf dem Weg für einen kurzen Augenblick, ließ ihn lächeln, bis er sich wieder auf die "Mission" konzentrierte.
Sie saß hinter eine Wurzel. Sie aß. Für ihn war dieses Bild eine große Enttäuschung. Sie wollte nur von ihm wegkommen, ihn vergessen. Er, der in Sorge war, kam aber zu ihr zurück, um ihr eine Hilfe zu sein. Er verstand einfach nicht, dass sie keine Hilfe brauchte. Von keinem Menschen.
Einige Lebensmittel rollten aus dem Korb. Schwermütig wanderte sein Blick auf den Boden. Wieso tat sie das? Wieso war sie so? Plötzlich hievte sich die Frau auf die Beine. Sorgenvoll streckte seinen Arm aus, bot ihr wieder seine Hilfe ein, wurde sich dann aber gewahr, dass sie seine Hilfe nicht wollte. Auf halber Streckte verharrte Shinrai. Es hatte doch keinen Sinn. So ging sein Blick wieder auf den Boden.
"Doch, du brauchst Hilfe. Ich weiß nicht was dir im Weg steht, was dich daran hindert meine Hilfe anzunehmen, aber ich finde es noch heraus." Würde er. Sie erzählte ihm seine Geschichte. Er saugte ihre Worte auf wie ein Schwamm.
Die Stille, die zwischen den Pausen folgte, erschreckte Shinrai, denn dann dachte er über ihre Worte nach. Langsam verstand er ihr Leid und dir daraus resultierende Handlungsweise. Shinrai wusste nicht, dass es ein solch unsagbares Leid gab. Deprimiert sah er auf den kalten Waldboden. Ihre Geschichte brachte alles im Leben des jungen Mannes durcheinander. Alles woran er glaubte, verlor für einen kurzen Augenblick der Schwäche seinen Sinn. Dann, nach ihrer Geschichte, erhob er das Wort. "Ich wusste nicht, dass es ein solches Leid auf dieser Welt gibt. Ich verstehe dich nun. Ich verstehe, warum du so bist wie du bist. Ich verstehe auch, warum du Rache willst. So etwas kann man einem Menschen nicht verzeihen, selbst ich nicht. Dennoch .." Er machte eine kleine Pause und sah zu der Frau auf. "Es gibt Menschen dort draußen, die dir wirklich nur eine Hilfe sein wollten. Menschen, die deine Freunde sein könnten. Lass sie in dein Herz. Versuche es. Ich bin ein solcher Mensch." Lächelnd sah er in den Himmel empor. "Ich bin aber alles andere als ein schlechter Mensch. Ich bin jedem Menschen eine helfende Hand. Vielleicht bin ich sogar ein Weltverbesserer. Zumindest versuche ich ein solcher zu sein. Ich weiß auch, dass ich noch nicht viel tun kann, damit diese Welt ein besserer Ort wird, doch ich versuche es. Ich versuche es jeden Tag durch kleine Taten und Gesten." Mit einem Lächeln sah er nun der Frau ins Gesicht. "Ich war dir wohl wirklich keine allzu große Hilfe. Dennoch .." Er hielt Yuki seine Hand unter die Nase. "Lass uns Freunde sein!" Ein herzliches, offenes Lächeln umspielte die roten Lippen des Senju. "Wahrscheinlich sehen wir uns nie wieder. Und wahrscheinlich verschwendest du keinen weiteren Gedanken an mich, wenn ich zurück ins Dorf gehe, doch ich werde jeden Tag an dich denken." Ein Shinrai hielt sein Wort! Immer! Und dieses Treffen würde ihm wohl wirklich bis an sein Lebenende im Gedächtnis bleiben. So oder so. Er vergaß Yuki nicht. Niemals.
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mo Aug 08, 2016 6:41 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Yuki war immer allein gewesen. Anfangs hatte sie es sich nicht ausgesucht. Ihre Mutter hatte sie aus Yubashi herausgeholt und mit ihr woanders gelebt. Ihren Vater hatte sie selten gesehen. Doch sie und ihre Mutter sind glücklich gewesen. Dennoch gab es nur sie zwei. Als ihre Eltern aber starben, als man sie ihr vor den Augen der Chara nahm, hatte sie plötzlich niemanden mehr. Yuki ist plötzlich allein gewesen. Hatte verzweifelt versucht, die kalten und vollkommen entstellten Leichnahme ihrer Eltern zu wecken, doch sie haben nicht aufwachen wollen. Erst als Mei sie gefunden hatte, war sie nicht mehr allein. Yuki wusste nicht, wie lange sie dort gewesen ist. Ein oder zwei Tage waren es bestimmt gewesen. Wie konnte ein Kind wie sie auch schon verstehen, was gerade vor ihren Augen passiert ist? Es war unmöglich gewesen. Und so sollte man sich fragen, wie jemand wie Shinrai verstehen könnte, was in der Frau vor sich ging. Obwohl sie es ihm erklärte, wusste er nur einen Teil. Er wusste nun von ihrer Folter. Aber den Verlust ihrer Eltern hatte Yuki nur angedeutet. Er wusste gar nichts über die Frau. Wirklich gar nichts.
Während sie aber sprach, bemerkte sie, dass ihre Geschichte ihn mitnahm. Was erwartete man auch bei jemanden wie Yuki? Sie benahm sich wie eine verbitterte Frau, die von ihrem Liebsten mit einer anderen betrogen wurde. Die Wahrheit war für niemanden wirklich naheliegend. Wieso also denken, dass sie solche Dinger erlebt hatte?
Er verstand. Das sagte er. Aber war dem auch so? Verstand Shinrai Yuki wirklich? Denn noch immer sprach er davon, dass sie Menschen brauchte. Dass Yuki allein überlebte und allein jede Gefahr überstand, war für sie der Beweis ihres Wertes. Welches Recht hätte sie auf ihr Leben, wenn sie es allein nicht schaffen könnte?
Er lächelte, während er optimistisch sprach. Yuki war nicht optimistisch. Sie hoffte nicht. Sie nahm alles selbst in die Hand. Wenn sie wusste, dass sie ihre Ziele erreichen konnte, dann hegte die Zuversicht. Aber sonst nichts. Alles andere wäre einfach töricht.
Sie winkte ab, als Shinra ihr seine Hand zur Freundschaft bot.
"Ich habe keine Freunde", sagte sie. "Mein Leben beruht drauf, stark zu sein und zu überleben. Ich weiß ganz genau, dass ich für Personen sterben würde, welche mir wichtig sind. Und ich habe so sehr für mein Leben gekämpft, dass ich dieses Risiko nicht eingehen werde." Für Mei würde sie ihr Leben lassen. Und sollten ihre Eltern noch leben, dann auch für diese. Aber sie waren tot. Es gab also nur ihren Ziehvater. Ihm verdankte sie alles und eben er hatte als einziger ihren Respekt verdient. Eine Tatsache, welche sie selbst sogar hasste, denn Yuki wollte nicht abhängig von jemanden sein. "Und glaub mir, mich möchte man nicht in Erinnerung behalten. Mir ist es lieber, wenn man mich vergisst." Denn wen man vergaß, auf den konnte man sich nicht einstellen. Yuki lebte lieber in den Schatten als in der Öffentlichkeit. Kimiko konnte ruhig die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber Yuki sollte man ihn Ruhe lassen. Sie wollte nur ihr Ding durchziehen und es darauf beruhen lassen. Mehr verlangte sie nicht. "Ich verzichte auf deine Freundschaft und uns ist beiden klar, dass ich diese Meinung auf keinen Fall ändern werde, also verschwende deine Energie nicht darauf." Yuki war stur. So stur, dass sie aus ihrer eigenen Folter floh. So stur, dass sie sich damals weigerte, zu sterben. Was erwartete Shinrai denn? Dass sie einknickte? Denn das wäre es, wenn sie sein Angebot annähme. Sie würde Schwäche zeigen. Denn Freunde und Familie waren eine Schwäche.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mo Aug 08, 2016 8:37 pm

Selbst Shinrai durchlebt in seinem Leben bereits einige schwere Zeiten. Nach der gescheiterten Chuuninprüfung und dem damit einhergehenden Frust, bezeichnete er sich selbst als "Versager", räumte dies sogar in einem vertraulichen Gespräch mit seinem Sensei ein. Shinrai verließ sich aber auf die Kraft der Freundschaft und der Liebe und durchstand auch diese harte Zeit. Seine Freunde waren allseits an seiner Seite, in jeder Lebenslage und Situation. Es gab kein stärkeres Band, als das Band der Freundschaft und der Liebe. In ihrer kleinen Gruppe herrschte Harmonie. Nur in den seltesten Ausnahmefällen gab es Streit, doch wenn es Streit gab, dann war Yuuki stets die Schlichterin. Sie legte die Streitigkeit bei. Eine Fähigkeit, die auch Shinrai hatte, wenn er nicht gerade im Mittelpunkt der Streitigkeiten war.
Shinrai wusste nicht viel von der Frau. Nur von ihrer Folter, nicht aber von dem Verlust ihrer eigenen Eltern. Sie deutete zwar einen Verlust an, nicht aber, dass es ihre eigenen Eltern waren. Der Verlust seiner eigenen Eltern wäre für Shinrai ein schwerer Verlust. Sie waren nicht nur seine Eltern, sondern auch seine Freunde und "Lehrmeister". Wandelnde Lexikas und an einigen Tagen auch Philosophen. Sie waren alles für den Senju. Und so, so glaubte er, gab es nach dem Tod noch ein Leben. Eines Tages starben auch seine Eltern, sahen dann aber mit einem Lächeln auf ihren Sohn herab. Daran glaubte Shinrai.
Sie wollte seine Freundschaft nicht. Sie war einfach ein Einzelgänger. Seiner Kehle entschlüpfte ein Seufzen, doch er verlor sein Lächeln nicht. Es war ihre Entscheidung. Der Senju machte ihr keinerlei Vorwürfe, dafür hatte er keinen Grund. Er legte die ausgetreckte Hand an seinen Hinterkopf und fuhr sich durch seine Haare. "Du könntest aber Freunde haben, weißt du.", entgegnete er. "Jaja, darauf beruht dein Leben, ich weiß, du Sturkopf. Allerdings zeugen Freundschaften nicht von Schwäche, im Gegenteil. Nach all dem, was du erlebst hast, zeugt ein solcher Schritt sogar von enormer Stärker. Aber was weiß ich denn? Ich bin nur ein kleiner, naiver Junge." Shinrai hatte eine solch ruhige, fast schon ausgeglichene Austrahlung. So wirkte auch das Lächeln auf seinen Lippen, als er in den Himmel sah. "Aber du hast wohl deine eigenen Meinung, dagegen kann ich nichts machen." Lächelnd sah er der Frau wieder in die Augen. Schade eigentlich, dass sie seine Freundschaft nicht wollte. Vielleicht wäre es ein erster, kleiner Schritt für die Chara. Schließlich donnerte seine Faust auf seine Brust, dort wo sein Herz lag. "Ich für meinen Teil trage dich aber von diesem Tag an in meinem Herzen. Und auch wenn du willst, dass ich dich vergesse, ich kann es nicht. So bin ich einfach." Selbst wenn die Frau in seinen Augen ein falsches Handeln an den Tag legte, ließ er sie in sein Herz. Ein nunmehr offenherziges Grinsen legte sich auf seine feinen Züge. Vielleicht war er ein Idiot, dass er sie so schnell in sein Herz ließ. Vielleicht sogar ein Vollidiot, doch das war ihm egal. Enttäuschungen gehörten genauso zum Leben dazu, wie der Erfolg. Ohne große Enttäuschungen gab es einfach keinen Erfolg.
"Jaja, du änderst deine Meinung nicht, weiß ich auch. Vielleicht bei unserem nächsten Treffen." Nächstes Treffen? Vielleicht in einigen Jahren, doch sicher nicht in der nächsten Zeit. Schließlich trat der Senju an der Frau vorbei und hob wortlos den umgekippten Korb an. Kniend packte er behutsam die verstreuten Lebensmittel zurück in den kleinen Korb. Dann stellte er sich mit einem Lächeln wieder vor die Chara. Den Korb hielt er ihr wieder unter die Nase. "Jetzt trennen sich wohl unsere Wege, doch .. nimm wenigstens den Korb mit. Wahrscheinlich isst du nichts daraus oder schmeißt ihn hinter den nächsten Baum, aber nimm ihn wenigstens mit."
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BeitragThema: Re: Diamond Dust Mi Aug 10, 2016 9:26 pm




Diamond Dust
Yuki x Shinrai
Natürlich könnte Yuki Freunde haben. Sie könnte sogar lächeln und lachen. Aber sie tat es nicht. Sie wollte das nicht und sie brauchte es nicht. Sie lebte. Und das reichte. Egal ob glücklich oder nicht. Einige Menschen wussten gar nicht zu schätzen, wie gut es war, einfach atmen zu können, ohne zu fürchten, dass in den nächsten Minuten die Hölle über sie herein brach. Sie wussten gar nicht, wie schön es war, etwas um sich herum sehen zu können. Wie wunderbar es schien, dass sie nicht in einer Dunkelheit festsaßen. Dies war die Freiheit, die Yuki brauchte. Die Freiheit, die sie glücklich stimmte. Zumindest ihre Art von Glück. Sie hatte alles, was sie brauchte.
"Richtig. Du bist ein kleiner, naiver Junge", kam es aus ihr heraus. "Du hast noch lange nicht alles erlebt, was man erleben kann. So wie du jetzt bist, wirst du nicht bleiben. Vielleicht wirst du wie ich. Vielleicht wirst du der Hokage, wie du es dir erträumst. Aber vor allem wirst du irgendwann nicht mehr naiv sein und aus deiner Traumwelt aufwachen. Solange bringt es eigentlich nichts, mit dir zu diskutieren." Wahre Worte. Wirklich wahre Worte. Shinrai war wie alt? Sechzehn? Siebzehn? Was hatte er in seinem Leben schon erlebt? Er würde noch viele Dinge durchmachen, die ihn verändern sollten. Viele Dinge, welche einen anderen Menschen aus ihn schaffen könnten. Wieso also mit einem Menschen diskutieren, welcher in einigen Jahren gar nicht mehr existierte?
Als er mit seiner Hand auf seine Brust schlug und wohl schnulzige Worte von sich gab, zog Yuki nur eine Augenbraue hoch und unterdrückte ein Kopfschütteln. Sollte er doch denken, was er wollte. Sollte er sie als Freundin sehen. Sie würde nicht die Hand für ihn ins Feuer legen. Wenn es darum ging, ihr Leben oder seines zu schützen, wüsste sie genau, wer am Ende überleben sollte. Und er war es nicht. Das war ganz einfach. Und dagegen gab es einfach nichts einzuwenden.
"Mach doch, was du willst", murmelte sie nur. Sie hatte keine Lust mehr, ihm das auszureden. Sollte er an sie denken. Sollte er von ihr sprechen oder sie beschreiben. Es brächte ihm nichts. Sie war nur ein Mensch von vielen. Wieso sich bemühen? Sie sähen sich bestimmt nicht wieder. Zumindest wollte die Chara das verhindern. Sie hatte selten mehrmals mit Menschen zu tun.
"Als ob es das geben wird", spottete sie und schaute zu, wie er den Korb zusammenräumte und ihr reichte. Sie schüttelte den Kopf. "Ich esse nichts, bei dessen Zubereitung oder Herkunft ich nicht zugesehen habe." Paranoid? Vielleicht. Aber nur so blieb man am Leben. Also sollte man Yuki das nicht vorwerfen. Denn mit Gift hatte sie schon zu tun gehabt. "Dennoch. Lebe Wohl." Eines musste man über Yuki wissen. Sie verabschiedete sich nur, wenn sie der Meinung war, diese Person nicht wiedersehen zu wollen. Denn ein Abschied war für sie wirklich ein Abschied. So wie dieser.
Demnach wandte sie sich von dem Jungen ab und setzte sich in Bewegung. Natürlich ging es ihr nicht sonderlich besser, aber sie konnte laufen. Und in einer halben Stunde vielleicht sogar ordentlich kämpfen. Immerhin suchte sie noch immer nach den Nukenin. Nukenin, deren Köpfe sie morgen ins Dorf bringen wollte.

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BeitragThema: Re: Diamond Dust Do Aug 11, 2016 12:26 am

Shinrai war ein freundlicher, naiver junger Mann, der sein ganz eigenes Bild von der Welt hatte. Er verlor allerlei Freunde, doch der Glaube daran, dass seine verlorenen Freunde ihn vom Himmel beobachteten, gab ihm Kraft. Es gab ihm so viel Kraft, dass er nicht in der Trauer versank, sondern weitermachte, seinem Traum nachging. Er wollte seinem Dorf irgendwann ein guter Hokage sein, doch unsagbare Trauer machten ihn sicher nicht zu einem guten Hokage.
Nicht alles erlebt? Noch lange nicht. Sicherlich erwartete auch den Senju noch großes Leid. Er war ein Shinobi und als solcher gehörte auch der Verlust eines geliebten Menschen fast zum Alltag. Irgendwo auf der Welt verlor ein Shinobi immer einen geliebten Menschen. Shinrai verlor nur Freunde, Menschen, die ihm am Herzen lagen, doch nie einen geliebten Menschen. Allerdings tat er alles, damit es nie so weit kommen würde. Für Menschen, die er liebte, ließ er sein Leben, selbst wenn das hieß, dass er dann nicht mehr bei ihnen sein konnte. "Ich weiß, dass ich noch längst nicht alles auf dieser Welt erlebt habe, was ich erleben kann. Ich weiß nicht wie es ist, wenn ich einen geliebten Menschen verliere und wie ich reagiere, doch ich weiß, dass ich alles tue, damit ich nie einen solchen Menschen verliere. Lächelnd erinnerte er sich an das Versprechen, welches er seiner besten Freundin gab. Shinrai wäre immer an ihrer Seite, immer da, wenn sie in Gefahr wäre.
Shinrai war es egal, was sie dachte, dass es ihr egal war, dass er sie als Freundin sah. Obgleich sie verschiedene Ansichten vertraten und ein ganz anderes Verständnis von der Welt hatten, behielt der Senju die Frau in seinem Herzen. Gut möglich, dass dies ihr einziges Treffen blieb, und so wollte er sie in guter Erinnerung behalten. Trotz der kleinen Startschwierigkeiten mochte der Senjuspross die Frau. Sie erhielt einen Platz in seinem Herzen.
"Natürlich gibt es das! Vielleicht nicht in den nächsten Tagen oder Wochen, doch in einigen Jahren werden wir uns wiedersehen. Und dann bin ich Hokage! Das ist ein Versprechen!" Seine Lippen formten ein durchaus stolzes Grinsen. Es war sein großer Traum und würde immer sein großer Traum bleiben. Er hatte ein Ziel vor Augen, welches ihm ein Antrieb war. Genauso wie der Schutz seiner Familie und Freunde. "Ich verstehe. Schade." Auf dem Rückweg ins Dorf brachte er den Korb zurück zu dem freundlichen Bauern. "Auf Wiedersehen, du Sturkopf. War mir eine große Freude!" Breit grinsend sah er Yuki hinterher, wie sie sich langsam entfernte, immer kleiner wurde und irgendwann hinter den zahlreichen Bäumen verschwand.
Auf dem Rückweg dachte der Senju die ganze Zeit an die vielen Worte der Frau. So wirklich wusste er nicht, was er davon halten sollte. Er kannte ein solches Leid nicht, den Schmerz eines solch großen Verlustes. Allerdings glaubte er fest daran, dass er anders war. Er wäre immer noch der selbe Shinrai, selbst wenn er einen geliebten Menschen verlor. Hass lag einfach nicht in der Natur des Senju. Tat es nie.

SHINRAI OUT
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